Traiskirchner Bürgermeister entschuldigt sich bei Imoan Kinshasa

Als schwarze Frau besuchte Imoan Kinshasa* das Traiskirchner Weinfest und wurde Opfer rassistischer Anfeindungen. Auf Facebook machte sie ihre Erlebnisse öffentlich. Der Bürgermeister der Gemeinde, Andreas Babler (SPÖ), lud die junge Frau daraufhin zu sich ein.

"Liebe Imoan, es tut mir unendlich leid, dass du in meiner Stadt so behandelt wurdest" schreibt Andi Babler der jungen Frau, die in seiner Gemeinde als "N**** im Dirndl" bezeichnet und rassistisch angefeindet wurde. Das Traiskirchen, das Imoan Kinshasa* in ihrem (inzwischen gelöschtem, die WIENERIN berichtete) Facebook-Posting beschreibt, ist nicht die Stadt, die der Politiker sich wünscht. Im Gegenteil: "Es liegt mir als Bürgermeister viel daran, dass Traiskirchen eine weltoffene, bunte, solidarische und menschenfreundliche Stadt ist [...]."

Ein zweiter Besuch in Traiskirchen für Imoan Kinshasa

Babler lädt Imoan und ihre Freunde nochmal zu einem Heurigenabend in seine Stadt ein: "Ich meine das gar nicht als Wiedergutmachung - wie ließen sich deine Erlebnisse wieder gut machen? Es liegt mir wirklich daran, dir "meine" Stadt zu zeigen."


Imoan nimmt die Einladung "natürlich" an. "Ich möchte mich herzlichst bei Andi und Karin und den Traiskirchnern bedanken. Ich durfte liebe Leute kennenlernen und es wird nicht mein letzter Besuch in Traiskirchen gewesen sein," schreibt sie auf Facebook und postet ein Foto einer geselligen Wein-Runde - sie mitten drin.

Ein Positives hat die Geschichte für Imoan: "Für mich bleibt zu sagen, dass ich mich freue dass Alltagsrassismus öffentlich diskutiert wird. Mit dieser Welle der Solidarität hätte ich nicht gerechnet." Die junge Frau möchte sich erstmal eine kleine Auszeit gönnen. Lang wird sie aber nicht ruhig bleiben: "Wir dürfen das Thema Alltagsrassismus nicht mehr totschweigen, jetzt wo es auf dem Tisch ist, sondern jeden einzelnen Fall melden und eingreifen wenn ein rassistischer Übergriff beobachtet wird. [...] Ihr werdet weiter von mir hören, wir lassen nicht locker!"

Nach mehreren rassistischen Anfeindungen gegen ihre Person hatte Imoan Kinshasa ein emotionales Facebookposting über ihre Erlebnisse veröffentlicht. Binnen weniger Stunden generierte das Posting mehrere tausend Likes und unzählige, bestärkende Kommentare - bis es von Facebook wegen des Vorwurfs der Hassrede entfernt wurde. In einem zweiten Posting beschwerte sich Imoan über die Löschung. Auch dieses Posting wurde entfernt, Imoans Facebook-Account zweimal gesperrt. Inzwischen ist das zweite Posting wieder hergestellt. Eine Facebook-Sprecherin sagte dazu gegenüber der WIENERIN: "Der Beitrag wurde versehentlich entfernt und ist mittlerweile wieder auf Facebook verfügbar. Wir haben uns für den Fehler bei Imoan Kinshasa entschuldigt.“ Das Originalposting ist nach wie vor nicht aufrufbar.

*Imoan Kinshasa ist ein Alias. Ihr voller Name ist der Redaktion bekannt.

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