"Too fat to fly": Air India entlässt "dicke" Stewardessen

Die indische Flugesellschaft macht erneut Schlagzeilen mit ihren strikten Diätmaßnahmen für eigene Mitarbeiter. Das Unternehmen kündigte nun an 130 MitarbeiterInnen aufgrund verfehlter Gewichtsreduktion fristlos zu entlassen.

Air India ließ Anfang des Jahres in einem Schreiben verkünden, alle MitarbeiterInnen, die innerhalb eines Zeitraums von 6 Monaten ihr Gewicht nicht unter einen BMI von 22.0 reduzieren könnten, aufgrund ihres "Übergewichts" fristlos zu entlassen

Insgesamt 600 Angestellte waren von dieser Maßnahme in Kenntnis gesetzt und als "übergewichtig" und temporär "unfit" deklariert worden. Sie sollten unter ärztlicher Aufsicht ihr Gewicht mittels Lebensumstellung und Diät, sowie regelmäßigem Sport im gegebenen Zeitraum senken.


Nun, nach Ablauf der Frist, wurden von der 3500 Mitglieder starken Crew 130 FlugbegleiterInnen entlassen, da sie den auferlegten Anforderungen nicht entsprachen.

Air India beruft sich bei den Gewichts-Angaben auf eine eigens erstellte BMI Tabelle, die folgendermaßen lautet:

Als "normal" gilt ein BMI zwischen 18 und 22, darüber wird man bereits als "übergewichtig" bezeichnet. Ab einem Body Mass Index von 27 gilt man sogar als adipös.

Ein Beispiel: Bei einer Körpergröße von 165cm und einem Gewicht von 60kg liegt man laut dem standardiserten BMI Rechner bei 22.0. Dies hätte, wenn man von der Tabelle von Air India ausgeht, bereits zum Ausschluss aus dem Unternehmen geführt.


Die Weltgesundheitsorganisation WHO definiert Normalgewicht übrigens bis zu einem BMI von 24.9, alles unter 19 wird sogar als "untergewichtig" gewertet:


Gegenüber dem englischen Telegraph rechfertigte man sich seitens der Airline folgendermaßen: "Menschen, die sportlicher sind, können schneller reagieren und sind in unerwarteten Situationen effizienter."

Bereits 2009 hatte Air India ähnliche Schlagzeilen gemacht, als das Unternehmen zehn Stewardessen feuerte, da sie nicht genug abgenommen hatten.

Es ist anzunehmen, dass die auferlegte Abnehm-Doktrin der Fluglinie mit notwendigen Sparmaßnahmen zusammenhängt. Denn, je weniger die FlugbegleiterInnen wiegen, desto mehr Kerosin können die Flugzeuge in Zukunft einsparen.

 

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