Tommy Hilfiger

Tommy Hilfiger tourt derzeit gemeinsam mit der Style-Autorin Lisa Birnbach und dem aufwendigsten Pop-up-Store, den die Welt je gesehen hat, um den Globus. Der Designer im DIVA-Exklusiv-Interview mit Hans Stephan Grasser.

Wenn Sie demnächst mitten in einer Millionenmetropole vor einem typischen Long-Island-Ferienhaus samt Gärtchen und Holzlattenzaun stehen, wundern Sie sich bitte nicht: Es handelt sich um den aktuellen Tommy Hilfiger Pop-up-Store, der in den nächsten Monaten an verschiedenen Trend-Locations rund um den Globus aufgestellt wird (im deutschsprachigen Raum beispielsweise auf Sylt). Nicht minder spektakulär geht es auch im Inneren des Hauses zu: Dort befindet sich die 60-teilige Capsule-Collection des Projekts

Capsule-Collections und Pop-up-Stores sind ja der Mega-Trend der letzten Jahre. Wie wichtig sind solche limited Editions und Aktionen für eine Top-Marke?

Nun ja, wir sprechen von einer Zeiterscheinung. Das ist Mode! Es ist die Kunst jeder erfolgreichen Marke, stets von Neuem Begehrlichkeiten zu wecken. Etwas, das es nur limitierte Zeit gibt und schwer zu kriegen ist, hat seinen Reiz. Mit unserem Konzept, ein Haus mit einer eigenen Kollektion an den ungewöhnlichsten Plätzen der Welt aufzustellen, ist uns ein Überraschungseffek gelungen. Und in gewisser Weise war mein erster Garagen-Sale vor 40 Jahren auch ein Pop-up-Store. So schließt sich der Kreis.

Der Aufwand, dieses Haus in den nächsten Monaten in New York, Paris, London, Amsterdam, Mailand, Stockholm, Madrid, Tokio und Sylt an den belebtesten Plätzen aufzustellen, muss gigantisch sein. Bekommt man das Geld jemals wieder rein?

Ich glaube ja. Sie haben recht, der Aufwand ist groß. Weit mehr als hundert Leute sind in dieses Projekt involviert. Die Planung und Umsetzung ist jedoch vergleichbar mit den Fashionshows, die wir auf die Beine stellen. Hilfiger hat ein großartiges Team!


Hat das Haus selbst eine Geschichte?

Ja, es ist die Replik eines Hauses, das ich in Montauk auf Long Island besitze. Es ist sehr »preppy«.


Sie gelten ja als einer der Visionäre des Prep-Styles. Warum ist dieser Stil im Moment weltweit so begehrt?

Es mag global auch mit der derzeitigen wirtschaftlichen und politischen Situation zusammenhängen,aber der entscheidende Faktor ist für mich die Kommunikation: Jemand in Los Angeles sieht dieselben Laufsteg-Fotos wie jemand in Tokio und will dieselben Looks. Interessant finde ich meine Beobachtungen auf Reisen: Hilfiger-Outfits werden in jedem Land der Welt anders gestylt und interpretiert.

Sie arbeiteten für dieses Projekt eng mit der Autorin Lisa Birnbach zusammen. Birnbachs Buch »True Prep« gilt als die Bibel des Prep-Styles. Konnten sogar Sie von Birnbach noch etwas Neues zum Thema erfahren?

Beim US-amerikanischen und beim englischen Prep-Style bin ich selbst äußerst sattelfest. Birnbach befasst sich zum Beispiel auch sehr intensiv mit dem japanischen, deutschen und italienischen Prep-Style. Es war für mich sehr interessant, etwas über diese Hintergründe zu erfahren.


Worauf sind Sie besonders stolz?

Darauf, dass es mir gelang, den Prep-Style völlig neuartig zu interpretieren und für jeden den Spaß-Faktor in diesen Look einzubringen!

»Das elitäre Element am Prep-Style war mir stets egal. Ich verändere den Look so lange, bis er cool ist und Spaß macht.«

Tommy Hilfiger, US-Star-Designer
 

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