Tom Pecheux: "Klassisch perfekter Eyeliner kommt nie aus der Mode"

Der Starvisagist und internationale Beauty Director von Yves Saint Laurent über überholte Schminktipps und die Tücken der Laufsteglooks im Alltag.

Er weiß, wie's geht: Tom Pecheux ist der kreative Kopf hinter den glamourösen Looks von Yves Saint Laurent. Wir haben uns ein paar Tipps vom Profi geholt:

Auf den Laufstegen sieht man aktuell viel Farbe und knallige Kombinationen. Gelten klassische Make-up-Regeln nicht mehr?
Doch, wenn man einen klassischen Look möchte, natürlich schon. Aber derzeit werden bewusst alle Regeln ignoriert. Das macht die Looks so spannend. Ich vergleiche die heutigen Make-up Artists gerne mit Künstlern wie Picasso: Er kannte alle Regeln der klassischen Malerei, hat sie aber bewusst gebrochen, um seinen eigenen Stil zu entwickeln und in der Oberliga anzukommen.

Welche Regeln sind zeitlos und welche darf man brechen?
Ein klassischer perfekter Eyeliner kommt nie aus der Mode, genauso wenig wie roter Lippenstift oder zur Augenfarbe passender Lidschatten. Aber man muss sich nicht sklavisch an diese Regeln halten, sondern sollte lieber ein bisschen experimentieren. Gelungenes Make-up ist nie perfekt und zu viel Perfektion meist langweilig. Man kennt das von aufgemalt wirkenden Braut-Make-ups: Am schönsten sind Bräute nach der Feier, wenn alles schon ein bisschen verwischt ist.

Wie schafft man das im täglichen Leben?
Es gibt da einen Visagistentrick: Nachdem man das Gesicht perfekt geschminkt hat, nimmt man einen kleinen Tropfen Öl auf den Finger und klopft es vorsichtig in die Haut ein. Das lässt das Make-up mit der Haut verschmelzen und verhindert, dass es aussieht, als würde es geradezu auf dem Gesicht sitzen.

Sind gewagte Laufsteglooks für die Frau von nebenan umsetzbar?
Ja, natürlich! Es geht nicht darum, sich anzumalen wie ein Clown, sondern darum, Neues zu wagen. Visagisten machen das ständig und probieren neue Techniken aus. Da wird schon einmal Lippenstift als Lidschatten verwendet und umgekehrt. Make-up darf spielerisch sein und Spaß machen!

Lidschatten gilt für viele Frauen als Königsklasse des Make-ups. Wie bekommt man ihn perfekt hin?
Es gibt schon ein paar Dinge, die es leichter machen. Eine Grundregel lautet: „Cream on Cream, Powder on Powder.“ Bei Cremelidschatten verlängert Lidprimer die Haltbarkeit. Bei pudrigem Lidschatten ist es besser, das Lid auch mit einem hellen Puderlidschatten zu grundieren, sodass es nicht ölig ist. Die helle Farbe neutralisiert Rötungen und Äderchen am Augenlid. Auf diese Art hält das Make-up besser.

 

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