Toilettenbeschilderung

Nur schnell aufs Klo gehen - das funktioniert in manchen Lokalen heutzutage nicht mehr. Weil: Zu kreativ ist die Toilettenbeschilderung und man weiß einfach nicht, wo man hinein muss. Das nervt langsam, meint WIENERIN-Autorin Ursula Neubauer.

Stirnrunzelmomente

Da steh ich nun, ich armer Tor und … naja … muss zsammzwicken, weil ich überhaupt nicht weiß, durch welche Tür ich aufs Damenklo komm?! Sapperlott noch einmal, denk ich mir immer öfter in Lokalen. Ich will doch nur aufs Klo. Aber bevor ich das kann, muss ich wieder und wieder irgendwelche Rätsel lösen. Ganz ohne Telefonjoker. Denn immer mehr Lokale scheinen ihre Liebe für kreative Häuslkennzeichnungen gefunden zu haben. Immer öfter, wenn ich in einem Lokal zum ersten Mal bin, lüge ich also, wenn ich am Tisch verkünde: „Ich geh nur schnell aufs Klo“. Weil von „schnell“ kann oft keine Rede sein.

Kreative Wunderwelt

Da sind wundersame Buchstabenkombinationen, Symbole, Bilder, und ich komm mir vor wie in einem Fantasygame. Aber ein bissl unentspannt, weil mit voller Blase. Und die studiert einfach nicht gern. Okay, „xx“ und „xy“ sind ein alter Hut, das ist einfach, Symbole für männlich und weiblich auch. Aber bei abstrakten Tierköpfen, einmal in männlich und einmal in weiblich oder den Bezeichnungen „K“ und „Q“ dauerts dann länger. Beziehungsweise muss man dann eine Tür vorsichtig ein bisschen aufschieben ... weil Licht geht natürlich keines an, wenn ich vor der richtigen Tür stehe, das war nur in 1,2 oder 3 so.

Im Dunklen tappen und fuchteln

Fies find ich auch die komplett schwarzen Türen. Ja, einfach zwei schwarze Türen mit nix dran. Die lassen einen wirklich ganz schön im Dunklen, bis man sein rätselndes Haupt hebt und von blauem oder rotem Licht an der Decke - ich bin 1,63, das ist mir zu hoch! – buchstäblich erleuchtet wird.

Und oft gehts dann drin auch noch weiter! Spätestens beim Waschbecken wartet häufig die nächste Challenge. Die Sensoren, um das Wasser zum Laufen zu bringen, sind nämlich dann auch noch gut versteckt – weil wenn schon kreativ beim Häusl, dann natürlich konsequent. Also nur aus Design-Gründen und wegen der Optik. Und schöne Häusl sind auch wirklich toll. Schau da drin halt nur ich deppert aus, wenn ich herumfuchtel wie eine Wahnsinnige, um mir die Hände waschen zu können.

Aber ich will doch manchmal einfach nur aufs Klo

Da fühlt man sich dann ein bisserl wie in „Versteckte Kamera“ und hat am Tisch dann auf jeden Fall wieder eine "Leute, ich bin echt zu blöd, um aufs Klo zu finden"-Anekdote. Davon hätt ich jetzt dann auch schon ein paar, also fänd ich schon irgendwie super, wenn die Häuslkreativität wenigstens ein bissl auf Alltagstauglichkeit überprüft werden würd oder in der Speisekarte eine Anleitung wär. Danke.

Klo-Anleitungen schreiben, stell ich mir übrigens schon wieder lustig vor - wenn mich dafür jemand braucht, bitte melden.

Und, wofür "K" und "Q" stehen ist eh klar, oder?

 

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