#TogetherWeEndFGM: Videokampagne gegen weibliche Genitalverstümmelung

Eine Initiative von Irmgard Griss und dem Roten Kreuz.

Together We End FGM

Viele von uns kennen die Geschichte von Waris Dirie. Dem Model, das als junges Mädchen vor der Zwangsehe aus ihrem Dorf in Somalia geflohen ist und mit fünf Jahren eine Genitalbeschneidung erlitten hat. Ihr Leben wurde unter dem Titel "Wüstenblume" verfilmt und kam 2009 in die Kinos. Doch das Thema ist auch heute noch aktuell.

Deshalb hat die ehemalige Präsidentin des Obersten Gerichtshofs Irmgard Griss gemeinsam mit dem Roten Kreuz und anderen Organisationen die Initiative #TogetherWeEndFGM gestartet. 48 starke Stimmen erheben sich in ihrer Videokampagne solidarisch für ein rasches Ende der traditionellen Praktik der weiblichen Genitalverstümmelung oder auch Female Genital Mutilation (FGM).

Woher kommt die Praktik?

Der lebensgefährliche Eingriff wird weltweit praktiziert. Dabei werden die äußeren weiblichen Geschlechtsorgane teilweise oder gar vollständig entfernt. Ohne Betäubung und medizinische Instrumente. So ist die Beschneidung meist mit starken Schmerzen und Folgen verbunden. Am häufigsten ist die Praktik in afrikanischen Ländern verbreitet. Doch FGM findet sowohl im Globalen Süden als auch im Globalen Norden statt auch in Indonesien oder im Irak kommt es zu solchen Beschneidungen. Manchmal bereits im Säuglingsalter. Begründet wird die Ausübung der Praktik meist mit Tradition. Die mehr als 200 Millionen betroffenen Frauen und Mädchen leiden lebenslang unter den Folgen der Beschneidung.

FGM beenden

Daher sind sich Irmgard Griss und ihre Mitinitiator*innen einig: FGM muss beendet werden. Denn sie verletzt Körper und Seele. Daher veröffentlicht die unabhängige Intiative #TogetherWeEndFGM seit 22. April bis 19. Juni jeden Tag eine neue Stimme in einem 20 bis 60 Sekunden langen Video auf unterschiedlichen Plattformen. Ines Kohl, Generalsekretärin von Aktion Regen und Sozialanthropologin, ist eine von ihnen: "Es ist paradox, dass Mädchen verstümmelt werden, um als vollwertige Frauen angesehen zu werden." Auch aus Afrika bekommt die Initiative Unterstützung. "Ich schwöre, dass ich kämpfen werde, (…) dass Mädchen die Rechte bekommen, die sie verdienen", Tobias Maroa, Anti-FGM-Aktivist und Trainer von Zinduka e.V. in Kenia.

Mit den Projekten in verschiedenen, afrikanischen Ländern vermitteln lokale Expert*innen, RAIN WORKER, des Vereins Aktion Regen Wissen über Familienplanung und sexuelle wie reproduktive Gesundheit. So möchten sie Frauen stärken, Armut verringern und dazu beitragen dem Ziel der Beendigung weiblicher Genitalverstümmelung näher zu kommen.

 

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