Todesdrohungen für Selfie mit Menstruationsblut

Eine Aktivistin hat ein Selfie mit sich und ihrer Menstruationskappe gepostet. Die oft brutalen Reaktionen zeigen, wie tief Frauenfeindlichkeit noch immer in uns sitzt.

"Ich wurde darauf aufmerksam gemacht, dass Instagram mehrere Accounts gesperrt hat, wenn Frauen Menstruationsblut (oder Nacktheit) gezeigt haben. Das ist so kaputt. Wenn auf diesem Bild Blut von einer Fingerverletzung kommen würde, wäre es kein Problem. Ja, das ist Blut aus meiner Vagina. Es passiert jedes Monat. Ich halt meinen Menstruationscup in der Hand. Er ist großartig, aber wenn ich ihn entferne, sieht das so aus."

Louelle Denors Botschaft ist einfach, und doch so schwer zu verstehen: Männer in der Werbeindustrie oder führenden Internetunternehmen bestimmen, wie Frauen abgebildet werden dürfen. Dabei ist die übersexualisierteste Darstellung (solang keine Nippel darin vorkommen) okay, doch sobald es um banale Nacktheit, Brüste deren Brustwaren nicht von einem Stück Kleidung sondern von einem trinkenden Baby bedeckt werden, oder um Menstruation geht, ist das anstößig.

Titten! Nackt! Weiter so!

Blut! Auf einem Menstruationscup! Nicht in diesem Internet!

Die Reaktionen auf ihr Bild waren bestürzend, alle "Feminazis" sollen in eine Dusche und von männlichen Samen besprüht werden, jemand anderer wünscht ihr gar, sie soll verbrennen.

In ihrem Blogpost schreibt Louelle, dass wir sehr daran gewöhnt sind, Blut in anderen Kontexten zu sehen: Ob das nun in Horrorfilmen, im Internet oder im medizinischen Kontext ist. Sobald es jedoch um Menstruationsblut geht, zucken alles aus vor Ekel und können sich vor Geschimpfe auf Feministinnen nicht mehr halten.

 

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