Tipps vom Experten: Richtig Wein trinken

Ist teuer gleich besser? Wann trinke ich welchen Wein? Und wie finde ich überhaupt heraus, was mir wirklich schmeckt? Wienerin.at hat bei Winzer Christof Höpler nachgefragt.


Ist Weintrinken Übungssache? Wie finde ich heraus, was mir schmeckt?

Christof Höpler: Neugierde hilft, um neue Sorten und Weinbaugebiete zu erkunden. Das ist wie überall im Leben. Je mehr man (ver)kostet, desto tiefer taucht man in die komplexe Welt des Weins ein. Für den Start einfach und entspannt kosten und seinen persönlichen Geschmack entdecken. Es gibt kein Richtig oder Falsch, nur "like it". Was zählt, ist die Freude bei jedem Schluck! Mein Credo ist, dass jeder seinen ganz eigenen Zugang zum Wein finden soll. Es ist egal, was dem Nachbarn, dem Weinguru oder dem Partner schmeckt.

Wann darf ich Wein im Lokal zurückschicken? Gibt es überhaupt guten oder schlechten Wein?

'Geschmack liegt am Gaumen der Genießerin'. Aber es gibt natürlich auch objektivierbare Kriterien, die einen Wein im Positiven wie im Negativen auszeichen. Es gibt drei häufigere Anlassfälle, in denen der Wein fehlerhaft (geworden) ist und auf jeden Fall zurückgeschickt werden kann:
1. Korkgeschmack ("der stoppelt"): Statt frisch und fruchtig duftet der Wein nach Moder und Faultönen und schmeckt auch so. Es ist tatsächlich was faul, retour damit!

2. "Pferdeschweiss" oder "Nasser Hund" (für Auskenner: Brettanomyces): Wenn das Glaserl mit animalischen Noten daherkommt, wurden die von einem Hefepilz ausgelöst. Soll nicht sein und schon gar nicht ausgeschenkt werden. Einige Winzer jedoch schätzen das - womit wir wieder beim Geschmack wären. Im lokal sollte darauf aber jedenfalls aufmerksam gemacht werden, weil es an sich ein Fehlton ist.

3. Falsche Farbe (oxidative Noten): Weine können durch zu viel Sauerstoff farblich und geschmacklich kippen. Weißwein wird dann sehr gelb und Roter braun (Ausnahme ist der Pinot noir, da darf das sein). Der Wein lässt geschmacklich auch jede Frische vermissen und riecht, als wäre er schon 14 Tage offen.

In allen Fällen gilt: Herr Ober, bitte eine neue Flasche aufmachen!

Christof Höpler im Weingarten
Wein-Profi und Winzer Christof Höpler in einem seiner Weingärten


Ist teuer gleich besser?

Nicht notwendigerweise, auch beim Wein gibt es Schnäppchen, die hervorragend munden. Zahlreiche Winzer beschäftigen sich damit, feine Preis-Leistungs-Weine zu finden. Man darf als Konsument schon auch Selbstbewusstsein zeigen und im Regal - beim zweiten Mal - zum Wein NEBEN der gehypten Flasche greifen.


Was passt am besten zur Sommerküche?

Leichte, säurebetonte, aromatische Weißweine - aber genauso leichtere Rotweine wie zum Beispiel ein Pinot Noir. Ein 2014er Weißburgunder passt super zu allem, was möglichst frisch und natürlich ist, also nicht gebraten oder frittiert.


Mit welchem Wein kann ich bei Einladungen immer punkten?

Mit einem Grünen Veltliner oder Zweigelt liegt man beim österreichischen Gaumen selten verkehrt.

Der junge burgenländische Winzer ist international erfolgreich. Neben einem tollen Preis-Leistungsverhältnis (Tipp: Pinot Blanc 2014 um € 8,70) bietet Christof Höpler Weininteressierten auch die Möglichkeit, sich in den Weinräumen in Winden auf eine Entdeckungsreise in Sachen Wein und Geschmack zu begeben.

Preisliste und Onlineshop auf www.hoepler.at, alle Infos zu den Weinräumen auf www.weinraeume.at

 

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