Tipps im Umgang mit Cyber-Gewalt

Wir haben uns angesehen, welche Möglichkeiten man im Umgang mit Online-Gewalt hat.

Gewalt in Form von Beschimpfungen, Verleumdung, Belästigung, Stalking, Drohungen und selbst Identitätsdiebstahl ist ein riesiges Problem, und es trifft Frauen besonders stark. Da es sich um ein sensibles Thema handelt, muss man natürlich immer persönlich entscheiden, wie man damit umgeht, und je nach Grad der Belästigung ist vielleicht eine andere Reaktion angebracht. Wir haben uns angesehen, welche Möglichkeiten man hat.

Probleme melden

Nehmen Sie Belästigungen nicht einfach hin, sondern informieren Sie auch die Website-Betreiber umgehend. Die Erfahrung hat gezeigt, dass Facebook und Twitter nicht immer die schnellsten sind, wenn es um das Sperren von gewalttätigen Nutzern geht, aber die Unternehmen haben Besserung versprochen. Gerade wegen der vielen Vorfälle von Hasskommentaren gegen Flüchtlinge möchte Facebook Deutschland eigene Verantwortliche dafür abstellen, gemeldete Kommentare schneller zu kontrollieren und gegebenenfalls zu löschen. Jedenfalls aber sollten Hosts und Website-Betreiber auch in die Problembewältigung miteinbezogen werden, damit hier in Zukunft besser Präventionsmaßnahmen getroffen werden.

Beweise sammeln

Um für alle Fälle und eine mögliche Anzeige gewappnet zu sein, sollte man alle Vorfälle protokollieren und Screenshots von misshandelnden Kommentaren und gewalttätiger Kommunikation machen.

Täter ignorieren

Einen Internet-Täter zurück anzugreifen, ist keine gute Idee. Laut einer Studie von Pew Research, wird man eher in Ruhe gelassen, wenn man Trolle ignoriert. In 83 Prozent der Fälle wurde „Ignorieren“ als erfolgreiche Maßnahme eingestuft. In welchen Fällen man sich doch persönlich wehren möchte, bleibt jedem selbst überlassen.

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Das österreichische Strafgesetz deckt viele Tatbestände, die im Zusammenhang mit Cyber-Gewalt auftauchen können, ab. Postings in sozialen Netzwerken können den Tatbestand der Beleidigung (§ 115 StGB), der Üblen Nachrede (§ 111 StGB) oder der Verleumdung (§ 297 StGB) erfüllen. Das Recht am eigenen Bild verbietet die Veröffentlichung von Bildern, die die darauf abgebildeten Personen bloßstellen oder herabsetzen. Bei der Verbreitung von pornografischen Bildern unter 18-Jähriger kann der § 207a StGB „Pornografische Darstellung Minderjähriger“ zur Anwendung kommen.

Das „Anti-Stalking-Gesetz“, welches den Tatbestand der beharrlichen Verfolgung definiert, ist bereits seit 2006 in Kraft. Mit der Strafrechtsreform 2015 wurde ein eigener Cyber-Mobbing-Paragraph hinzugefügt. Wer also mittels Telekommunikation oder „einem Computersystem“, eine Person über einen längeren Zeitraum unzumutbar in ihrer Lebensführung beeinträchtigt, kann mit bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe bestraft werden.

 

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