Tinder: Neues Feature schränkt unangemessene Nachrichten ein

Vor allem Frauen müssen sich beim Online-Dating oft mit unangebrachten Nachrichten herumschlagen. Tinder will das nun mithilfe eines neuen Filters verhindern.

Tinder: Neues Feature schränkt unangemessene Nachrichten ein

Fast alle weiblich gelesenen und marginalisierten Personen, die schon einmal auf einer Dating-Plattform unterwegs waren, kennen es: Die unangenehmen beziehungsweise teils sämtliche Grenzen überschreitenden Nachrichten, die einem die Lust aufs Dating ganz schnell nehmen können. Von unpassenden Kommentaren zum Äußeren bis hin zu indiskreten Anfragen oder verletzenden Beleidigungen (etwa, wenn man auf die plumpe Anfrage nicht in erhoffter Weise eingeht).

Tinder hat sich nun etwas überlegt, um Harassment auf der Dating-Plattform einzuschränken. Wie das aussieht, erfahrt ihr hier:

"Are you sure?"

Das neue Feature der Dating-Plattform nennt sich "Are you sure?" (also "Bist du dir sicher?"): Mithilfe von Artificial Intelligence analysiert Tinder Nachrichten, die Benutzer*innen verfassen und fragt sie bei Auffälligkeiten vor dem Absenden "Are you sure?". Auf diese Weise sollen Verfasser*innen noch einmal über das Geschriebene reflektieren - die Zahl der unangemessenen, versendeten Nachrichten soll auf diese Weise reduziert werden.

Der Filter orientiert sich an Nachrichten, die Tinder-User*innen in der Vergangenheit als "unangebracht", "beleidigend" oder "verstörend" gemeldet haben. Die Liste der "Trigger-Words" werde laut Tinder ständig erweitert.

10 Prozent weniger Harassment

Das neue Feature, welches bislang nur in den USA getestet wurde, soll unangebrachte Nachrichten bereits um 10 Prozent gesenkt haben.

Vor Einführung des "Are you sure"-Filters fragte Tinder Nutzer*innen bereits bei Erhalt von Nachrichten mit potenziell unangemessenem Inhalt "Does this bother you ("Stört dich das?"). Auf diese Weise wolle man es Betroffenen einfacher machen, Harassment zu melden. Nun möchte man den Fokus auf den Absender richten und dafür sorgen, dass es erst gar nicht zu problematischen Nachrichten kommt.

Mehr Sicherheit für alle

Tracey Beeden, Head of Safety bei Match Group (der Muttergesellschaft von Tinder) erklärt in einem Pressestatement: "Die ersten Ergebnisse des neuen Features zeigen, dass richtig durchgeführte Interventionen durchaus sinnvoll sein können, um Verhaltensweisen zu ändern und eine Community aufzubauen, in der sich jede*r wohlfühlen kann - so wie er*sie ist."

Auch von RAINN, einer Organisation, die sich gegen sexuelle Gewalt einsetzt, gibt es Lob für "Are you sure?": "Wir freuen uns, dass Tinder weiterhin Innovationen im Bereich der Sicherheit entwickelt", so RAINN-Präsident Scott Berkowitz. "Indem Tinder seine Erwartungen an eine respektvolle Kommunikation zum Ausdruck bringt und die Benutzer*innen einen Moment innehalten lässt, um eine möglicherweise beleidigende Nachricht zu überdenken, hält Tinder seine Community dazu an, eine sicherere Plattform zu schaffen."

Indem die Plattform Benutzer*innen eine einfache Möglichkeit bietet, belästigende Nachrichten zu kennzeichnen, helfe das neue Tool dabei, diejenigen Benutzer*innen zu identifizieren, die nicht bereit sind, verantwortungsbewusst zu handeln - und gegen diese vorzugehen, fügt Berkowitz hinzu.

 

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