TikTok: Wie Eltern ihre Kinder vor sexuellen Anmachen schützen können

Die Medieninitiative SCHAU HIN! warnt vor sexuellen Übergriffen auf der Kurz-Video-App TikTok und rät Eltern, Vorkehrungen zu treffen.

Mädchen schaut aufs Smartphone

Besonders durch die Corona-Pandemie und die Tatsache, dass wir alle viel mehr Zeit zuhause verbringen, finden sich immer mehr Menschen auf der Plattform TikTok wieder. Gerade bei Kindern und Jugendlichen steht die App hoch im Kurs: Dance Challenges und Pranks sorgen auch im langweiligen Corona-Alltag für Unterhaltung. Was erstmal ziemlich harmlos klingt, birgt bei genauerem Hinsehen auch Gefahren: So warnt der Medienratgeber SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht vor sexuellen Übergriffen auf der App und gibt Tipps, wie Eltern ihre Kinder schützen können.

Privatsphäre-Einstellungen beachten

Eröffnet man ein Profil auf TikTok, ist dieses erst mal automatisch auf "öffentlich“ eingestellt. Um sich vor unerwünschten Zuschauer*innen und Kommentaren zu schützen, ist es sinnvoll, das Profil auf "privat“ umzustellen. So hat der*die User*in Kontrolle darüber, wer die eigenen Beiträge sieht und kommentieren kann. Achtung: Wird ein bestehendes TikTok-Profil erst nachträglich auf "privat“ umgestellt, müssen alle fremden Follower*innen händisch entfernt werden.

"Begleitender Modus“ für Eltern

Eltern haben zudem die Möglichkeit, die TikTok-Nutzung ihres Kindes über das eigene Smartphone zu regulieren. Über den sogenannten "begleitenden Modus“ können Eltern verschiedene Einstellungen im Konto ihrer Kinder vornehmen. Dafür muss lediglich die TikTok-App auch auf dem elterlichen Smartphone installiert sein. Über den Menüpunkt "Digital Wellbeing“ können Eltern Nutzungszeit, angezeigte Inhalte sowie Kontaktmöglichkeiten verwalten. Auf aufklärende Gespräche mit den Kindern sollte natürlich auch bei Regulierung nicht verzichtet werden.

Jugendschutz bei TikTok lässt zu wünschen übrig

Theoretisch liegt das Mindestalter für die Nutzung von TikTok laut AGB bei 13 Jahren. In der Praxis sind viele der User*innen jedoch jünger: Bei der Anmeldung wird zwar nach der Eingabe des Geburtsdatums verlangt – überprüft wird dessen Richtigkeit allerdings nicht. Verschiedene Maßnahmen des Anbieters wie die Einschränkung von Hashtags, die von pädosexuellen User*innen für die Suche nach Videos missbraucht wurden, zeigten keine langfristigen Erfolge. Der Bericht der Jugendschutzplattform jugendschutz.net von 2019 dokumentiert eine Vielzahl an Belästigungen junger Nutzer*innen auf TikTok.

Im Falle von Cybergrooming Polizei verständigen

Erfahren Minderjährige sexuelle Belästigung auf der App, empfiehlt SCHAU HIN!, die Täter*innen zu blockieren und zu melden und sich gegebenenfalls an die Polizei zu wenden: Cybergrooming (Täter*innen veruschen per Direktnachricht sexuelle Kontakte herzustellen) ist eine Straftat und kann angezeigt werden. Wichtig ist, Beweise (etwa in Form von Screenshots) zu sichern.

Der kompass-social.media von jugendschutz.net bietet Eltern eine Bewertung der Risiken und eine Übersicht zu den Sicherheitseinstellungen in der TikTok-App: www.kompass-social.media.

 

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