Texanische Politikerin will masturbierende Männer mit 100 Dollar bestrafen

Die demokratische Abgeordnete sieht den Gesetzesentwurf als Satire zu den restriktiven Abtreibungsgesetzen des Bundesstaates.

Dem Senat im US-Bundesstaat Texas liegt ein Gesetzesentwurf zum Verbot der "unregulierten masturbatorischen Emissionen" von Männern, "außerhalb von Spitälern und anderen medizinischen Einrichtungen“ vor. "Zum Schutz der Gesundheit von Männern" und des ungeborenen Lebens soll das unerlaubte Masturbieren mit 100 Dollar bestraft werden.

Satire auf strenges Abtreibungsgesetz

Die Abgeordnete Jessica Farrar bezeichnet dan Gesetzesentwurf selbst als Satire und will damit die Absurdität des Abtreibungsgesetzes in Texas aufzeichnen. Texas hat selbst innerhalb der Vereinigten Staaten ein besonders restriktives Abtreibungsgesetz. Sie hat dabei den Wortlaut direkt aus dem Abtreibungsgesetz übernommen, daher heißt es weiter, dass Ärztinnen das Recht haben, "aus persönlichen, moralischen oder religiösen Gründen" Vasektomien oder die Verschreibung von Viagra zu verweigern. Männer müssten außerdem eine Wartezeit einhalten, bevor sie Viagra verschrieben bekommen oder eine "medizinisch unnötige" Vasektomie vornehmen dürfen

Eine ähnliche satirische Idee hatte die Komikerin Sarah Silverman schon einmal.

In Texas wird Frauen vor einer Abtreibung auch verpflichtend ein klar abtreibungsgegnerischer Folder unter dem namen "A women's right to know" ausgehändigt. Dasselbe fordert Farrar auch für Männer, damit sie vor einer Vaskektomie die "künstlerisch-bildliche Darstellung" der Prozedur zu sehen bekommen und den medizinischen Eingriff besser verstehen.

Gesetz wird niemals angenommen

Das Gesetz wurde zum Weltfrauentag eingebracht, wird realistischerweise jedoch niemals beschlossen. Dem war sich Farrar von vorn herein bewusst: Ihr geht es darum, den männlichen, republikanischen Abgeordneten zu denken zu geben, und die Absurdität ihrer eigenen Gesetze vor Augen zu führen.

"Die aktuelle Gesetzeslage ist nicht lustig"

Auf Facebook schrieb die Abgeordnete: "Obwohl das Gesetz satirisch ist, ist an den aktuellen Hürden in der Frauengesundheit nichts lustig. Frauen lachen nicht über die unnötigen Restriktionen und Hürden, die erfundenen Untersuchungen und pseudowissenschaftlichen Diagnosen, die ihnen in den Weg gelegt werden, wenn sie sichere Behandlungen bekommen wollen. Alle Texander haben das Recht, mit demselben Respekt behandelt zu werden, wenn es ihren Körper geht, egal welchem Geschlecht sie angehören."

Als Beispiel nennt sie ein vaginales Ultraschall, dass man am Tag vor einem Schwangerschaftsabbruch machen muss. "Dadurch müssen die Frauen zwei Arzttermine wahrnehmen und es soll ihnen ein schlechtes Gewissen eingeredet werden."

 

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