Terroranschlag: "Leg die Waffen weg und setz dich her zu mir"

Die Schwester der 44-jährigen Frau, die beim Terrorattentat in Wien am vergangenen Montag getötet wurde, veröffentlichte in der Tageszeitung Der Standard einen Nachruf.

Rote Blume liegt auf Straße

Ihre Schwester sei so viel mehr als das zweite Opfer, als die "ältere Dame", von der in Medien berichtet wird. Sie sei vor allem "sehr, sehr vielen Menschen eine gute Freundin gewesen", schreibt Irmgard P. im Standard vom 6. November.

In ihrem berührenden Text denkt Irmgard P. auch darüber nach, was ihre Schwester zu einem solchen Terroranschlag gesagt hätte - wäre sie ihm nicht selbst zum Opfer gefallen: "Sie hätte gesagt, dass Wut, Hass, Ausgrenzung, Nulltoleranz, Gewalt niemals Teil einer Lösung sein können, aber dass sie sehr oft Teil des Problems sind." Für ihre verstorbene Schwester sein ein Mensch in erster Linie Mensch, nicht Geschlecht, Hautfarbe, Herkunft oder Glaube. Alles sei okay, solange "kein anderer Mensch dadurch verletzt, gekränkt oder herabgewürdigt wurde".

Hätte ihr Schwester in dieser Situation die Möglichkeit gehabt, sich auszusuchen, wie sie handeln wolle, "hätte sie sich gewünscht, diesem jungen Menschen sicher vor Kugeln gegenübertreten zu können. Sie hätte ihn sicher ziemlich forsch angesprochen und gesagt: 'Hör sofort auf mit dem Scheiß, das ist doch Blödsinn. Leg die Waffen weg und setz dich her zu mir. Erzähl mir, was dich so wütend macht.'"

Die 44-Jährige war eine langjährige Mitarbeiterin eines Metallsulfit-Herstellers, dessen Büro in der Nähe des Schwedenplatzes angesiedelt ist. Am Montag wurde sie von dem Attentäter erschossen, als sie mit Freunden im Gastgarten eines Lokals im Bermudadreieck saß. Sie erlag in der Klinik ihren tödlichen Verletzungen.

Bei dem Terroranschlag am 2. November in Wien starben neben Irmgard P.'s Schwester noch drei weitere Menschen, zwei Männer und eine weitere Frau. Der Täter, ein in Österreich geborener junger Mann mit nordmazedonischen Wurzeln, wurde von der Polizei erschossen.
Seit dem Anschlag häufen sich anti-muslimische, rassistische Übergriffe, besonders gegen sichtbar muslimische Frauen (lies dazu auch den Gastkommentar von Autorin Menerva Hammad, selbst sichtbare Muslima: "In Liebe, Wien")

Zum gesamten Text auf DerStandard.com geht es hier.

 

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