Teneriffa wehrt sich gegen TouristInnen, die Steintürmchen bauen

Der schöne Instagram-Trend schadet der Umwelt, warnen AktivistInnen.

Man findet sie auf fast jedem esoterischen Kalender oder als Motiv im Deko-Shop und auch im Urlaub sind sie ein beliebtes Foto-Motiv: kunstvoll drapierte Steintürmchen.

Die vermeintlich harmlosen Stein-Kunstwerke erzeugen laut lokalen UmweltaktivistInnen ein ziemliches Problem: sie bringen Flora und Fauna in Gefahr. Auf der spanischen Insel Teneriffa fordern UmweltschützerInnen daher ein Ende des Türmchenbauens. Denn auf dem beliebten Playa Jardin in Puerto de la Cruz hat das Steinestapeln Überhand genommen, wie der deutsche Spiegel aktuell berichtet.

Warum ist Steinstapeln ein Problem für die Umwelt?

Was für viele ein Spaß oder gar eine Herausforderung ist, ist für die Natur leider ein ziemliches Hindernis. Die aberhundert gestapelten Steine am Strand nehmen kleinen Tieren und Pflanzen natürlichen Schutzraum und Verstecke weg. Unter jedem Stein, der achtlos hochgehoben wird, könnte ein Lebewesen leben, warnen daher BiologInnen.

"Hinterlasse keine Spur"

Die UmweltaktivistInnen auf Teneriffa wollten nicht mehr länger zusehen und haben deswegen begonnen jeden einzelnen der hunderten Stapel auseinanderzunehmen. Das muss vorsichtig passieren, damit nicht noch weitere Lebewesen durch menschliche Eingriffe bedroht werden. Die Kampagne der 150 Naturschützer steht unter dem Motto #pasasinhuella, also "Hinterlasse keine Spur".

Leider scheint offenbar vielen TouristInnen immer noch nicht bewusst zu sein, was sie mit ihrer Staplerei anrichten. Nur Tage nachdem die AktivistInnen alles abgebaut hatten, standen die ersten Türmchen laut der Lokalzeitung "El Dia" schon wieder - zum Ärgernis der UmweltschützerInnen. Nun will man mit Informationskampagnen und zur Not auch mit Gesetzen gegen die Naturzerstörung vorgehen, heißt es.

All for the 'gram?

Warum plötzlich alle so auf das Steinestapeln abfahren, dürfte unterschiedliche Gründe haben. Dass sie als Foto-Motiv sehr beliebt sind und daher gerne schnell fürs Foto drapiert werden, kann man auf Instagram nachverfolgen. Nicht nur auf Teneriffa, auch in anderen Ländern, etwa im Isle of Skye in Schottland oder dem See Orteren in Norwegen, klagen NaturschützerInnen bereits über den sorglosen Umgang mit Steinen. In den Bergen, wo die Steinstapel oft als Wegweiser zur Orientierung angebracht sind, können falsch platzierte Türmchen sogar zum echten Problem werden.

UmweltaktivistInnen plädieren daher an TouristInnen das Stapeln sein zu lassen. Wer helfen möchte, kann die Türmchen behutsam Stein für Stein abbauen - oder die Natur einfach so sein lassen, wie man sie vorgefunden hat.

 

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