Teilzeit als Falle

Bereits jeder vierte Erwerbstätige arbeitet weniger als 38,5 Stunden in der Woche. Die Betroffenen haben zwar mehr Zeit zur Verfügung, die sie für Kinder, Haushalt oder Ausbildungen nutzen können, müssen jedoch auch mit einem Abschlag bei den Pensionen rechnen. Die Vor- und Nachteile von Teilzeitarbeit im Detail.

Es gibt viele Gründe Teilzeit zu arbeiten. Einer davon kommt häufig bei Frauen nach der Babypause zum Tragen: Sie wollen ihre Kinder nicht zu lange fremdbetreut in Krippen oder Kindergärten sehen. Andere möchten einfach gerne mehr Zeit für sich. Tatsächlich sieht es der österreichische Arbeitsmarkt so aus, dass 45,6 Prozent der nicht selbstständig erwerbstätigen Frauen Teilzeit arbeiten. Bei den Männern sind es nur 8,3 Prozent.

Welche Konsequenzen hat es jedoch, wenn der Stundenumfang von 38,5 Stunden pro Woche auf vielleicht 20 Wochenstunden reduziert wird?

Urlaubs- und Weihnachtsgeld

Der Anspruch auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld bleibt bestehen. Der Betrag reduziert sich lediglich adäquat zu den geleisteten Stunden.

Elternteilzeit

In Elternteilzeit können Mütter und Väter dann nach Karenz oder Mutterschutz gehen, wenn sie mit dem Kind im selben Haushalt leben und länger als drei Jahre ununterbrochen für einen Betrieb gearbeitet haben. Dieses Unternehmen muss allerdings mehr als 20 Mitarbeiter beschäftigen. In diesem Fall besteht ein gesetzlicher Anspruch auf Elternteilzeit bis zum 7. Geburtstag des Kindes, das bedeutet sie können in dieser Zeit nicht gekündigt werden. Wie viele Stunden geleistet werden vereinbart der Arbeitnehmer schriftlich mit dem Arbeitgeber. Nachträgliche Änderungen sind möglich.

Geringfügigkeit

Auch geringfügige Beschäftigungen gelten als Teilzeitarbeit. Allerdings sind Arbeitnehmer, wenn sie weniger als die € 395,31 im Monat (Geringfügigkeitsgrenze für 2014) verdienen, nur unfall- und nicht kranken- oder pensionsversichert.

Mehrstunden

Der Arbeitnehmer ist auch bei Teilzeit zu möglicherweise anfallenden Mehrstunden verpflichtet. Ausnahme: Das persönliche Interesse des Arbeitnehmers diese nicht zu leisten ist größer als das Interesse des Betriebes. Das wäre dann der Fall, wenn die Kinderbetreuung nicht gesichert ist. Mehrstunden können je nach Vereinbarung ausbezahlt werden oder in Form von Gleitzeit ein anderes Mal wieder frei genommen werden. Bei Elternteilzeit gibt es keine Verpflichtung zu Mehrstunden.

Auswirkung auf die Pension

Teilzeitarbeit kann ein beträchtliches Ausmaß auf die Pension haben. Die grundsätzliche Regel zur Pension ist 80/65/45. Wer also im Alter von 65 Jahren nach 45 Versicherungsjahren in Pension geht, erhält 80 Prozent des durchschnittlichen Einkommens. Frauen können zwar mit 60 Jahren bereits in Pension gehen, allerdings macht das sich bei der Pension bemerkbar, wenn die Versicherungsjahre nicht erreicht werden können und zwar mit einem Abschlag von 4,2 Prozent pro Jahr, maximal aber 15 Prozent. Hat eine Frau länger Teilzeit gearbeitet, dann fällt das Durchschnittseinkommen entsprechend gering aus. Und das vergessen viele!

 

Aktuell