Tausende Menschen in Europa protestieren gegen Gewalt an Frauen

In Paris, Rom und Brüssel fanden dieses Wochenende Massendemonstrationen gegen Gewalt an Frauen statt. Zu den Forderungen zählte besserer Polizei- und Justizschutz sowie härtere Strafen für Täter*innen.

Frauen protestieren

Es darf nicht weitergehen wie bisher: Darin sind sich etliche Protestierende in Europa einig. Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen (25. November) gingen tausende Menschen am Wochenende auf die Straße.

Rund 150.000 Demonstrant*innen in Frankreich

In Frankreich hatte das Bündnis #Noustoutes ("wir alle“) zu den Demonstrationen aufgerufen, an denen zehntausende Personen teilnahmen. Etliche Protestierende trugen lila Spruchbänder und Plakate (die Lila Schleife ist weltweit Symbol gegen häusliche Gewalt). Landesweit hätten sich laut Organistor*innen rund 150.000 Menschen an den Protesten beteiligt. Es wäre der "größte Marsch der französischen Geschichte" gegen sexistische und sexualisierte Gewalt gewesen, heißt es weiter.

Unter dem Motto "Nicht eine weniger“ gingen auch in Rom tausende Personen auf die Straße, darunter viele Vertreter*innen von Frauenhäusern und Beratungsstellen. Bei der Großdemo in Brüssel gegen Sexismus und Gewalt an Frauen wurden ebenfalls rund 10.000 Teilnehmer*innen gezählt. Zu Beginn des Protests wurden die Namen der Frauen, die in diesem Jahr in Belgien ermordet wurden, aufgerufen.

Die Teilnehmer*innen der Demonstrationen forderten besseren Polizei- und Justizschutz, härtere Strafen für Täter*innen sowie mehr Geld für Hilfsangebote und Prävention.

Täglich 137 Frauen getötet

In Frankreich wurden allein dieses Jahr bereits 116 Frauen von ihrem Partner bzw. Ex-Partner getötet, wie eine Recherche der Nachrichtenagentur AFP ergab. In Italien wird nach Angaben des Institut Eures jeden dritten Tag eine Frau getötet, seit Jahresbeginn waren es 94, wobei es sich bei den Tätern in erster Linie um die Partner der Ermordeten handelte. In Österreich wurden dieses Jahr bisher 18 Frauen getötet, das heißt praktisch jede zweite Woche eine. Mit 41 getöteten Frauen im vergangenen Jahr hat sich die Zahl in Österreich seit 2014 mehr als verdoppelt. Weltweit werden laut UN jeden Tag 137 Frauen getötet – die Täter sind (wenig überraschend) meist Ehemänner, Partner oder Angehörige.

Jede fünfte Frau ist in Österreich von körperlicher oder sexueller Gewalt betroffen (Quelle: Agentur der Europ. Union für Grundrechte zu geschlechtsspezifischer Gewalt gegen Frauen). Meist handelt es sich dabei um Beziehungstaten. Oftmals findet Gewalt gegen Frauen im Verborgenen statt. Die Angst ums eigene Leben beziehungsweise das der Kinder hindert viele Frauen daran, sich Hilfe zu suchen.

 

Aktuell