Tausende Kinder in Österreich sind nicht gegen Masern geimpft

Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SPÖ) hat keine Freude damit, dass tausende Kinder in Österreich nicht gegen Masern geimpft sind.

"Nach wie vor sind über sechs Prozent der Zwei- bis Fünfjährigen, das sind etwas mehr als 20.000 Kinder, gar nicht geimpft. Etwa zehn Prozent aller geimpften Kinder sind kein zweites Mal geimpft. Das sind fast 39.000 Kleinkinder und mehr als 37.000 Schulkinder", sagt Gesundheitsministerin Oberhauser gegenüber der "APA".

Masern können so nicht ausgerottet werden


Mit so einer hohen Zahl an nicht-geimpften Kindern könnten Masern nicht ausgerottet werden, kritisiert sie. Deshalb startet das Gesundheitsministerium nun die Kampagne "Masern sind kein Kinderspiel", die etwa in öffentlichen Verkehrsmitteln auf die gratis MMR-Impfung (Masern-Mumps-Röteln) hingewiesen wird.

In der österreichischen Bevölkerung ist die Immunität gegen Masern sehr hoch - doch die Geburtsjahrgänge 2008 bis 2010 weisen konkrete Impflücken auf, warnt Oberhauser. Auch ein Drittel der 15- bis 30-Jährigen ist kein zweites Mal geimpft - also mehr als eine halbe Million Menschen.

In Österreich ist die Zahl der Masernfälle 2015 mit 309 Fällen auf das höchste Niveau seit 2008 gestiegen (2008: 443 Fälle). Europaweit (EU/EEA-Länder) liegt Österreich mit einer Inzidenz von 35,3 gemeldeten Fällen von Masern pro 1 Million Personen an zweiter Stelle nach Kroatien (Kroatien 51,6 Fälle pro 1 Million EinwohnerInnen). Europaweit traten sechs Fälle der gefürchteten, akuten Masernencephalitis (Gehirnentzündung) auf.

Vorsichtsmaßnahmen bei Masernverdacht


Das BMGF weist auf die dringende Einhaltung folgender Vorgehensweise bei Krankheitsverdacht hin: Bei Verdacht auf Masern, oder Auftreten von unspezifischen Symptomen wie Schnupfen, Fieber, geröteten Augen oder anderen grippeähnlichen Symptomen nach bekanntem Masernkontakt, UNBEDINGT die Ärztin bzw. den Arzt oder das Krankenhaus VORHER telefonisch kontaktieren, damit eine Übertragung in Warteräumen und Ambulanzen verhindert werden kann.

 

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