Süße Zwetschken

Wer kann schon einem selbst gemachten Zwetschkenkuchen im Sommer widerstehen? Noch unwiderstehlicher wird der süße Genuss mit dem Wissen, dass sich hinter dem blauen Früchtchen ein wahrer Energiespender, Verdauungsprofi und Vitamin B-König verbirgt. Wissenswertes und Rezepte rund um die zauberhafte Zwetschke.

Zwetschken gehörten zur Familie der Rosengewächse und zählen zum Steinobst. Man kann die Zwetschke vieles nennen - wie zum Beispiel „Echte Zwetschke", Zwetsche, Prume, Quetsche, Plumme - oder mit g statt k schreiben, doch eines darf man nicht: die Zwetschke als Pflaume bezeichnen. Denn entgegen der weit verbreiteten, aber falschen, Annahme, bei Pflaume und Zwetschke würde es sich um ein und dieselbe Frucht handeln, ist die Zwetschke eine eigene Unterart der Pflaume - genauso wie zum Beispiel die Mirabelle oder Ringlotte.

Übrigens, kaum eine andere Obstsorte kann sich mit einer so großen Zahl an verschiedenen Arten rühmen. Über 2.000 Pflaumensorten werden weltweit unterschieden, die in Form, Größe und Färbung stark variieren können.


Zwetschke vs. Pflaume

Die Zwetschke unterscheidet sich von der auffällig runden Pflaume durch eine eher eiförmig bis länglich-ovale Form und ihre blau bis blau-schwarz gefärbte reife Frucht, während die Pflaume eine blau-violette Färbung charakterisiert. Weitere Unterscheidungsmerkmale finden wir im Inneren der Frucht: Während sich die Zwetschke leicht entsteinen lässt, löst sich das Fruchtfleisch der Pflaume nur schwer von seinem Stein. Je länger die Früchte übrigens am Baum reifen, desto leichter kann der Stein später entfernt werden.

Das Fruchtfleisch der Zwetschke ist grünlich-gelb, jenes der Pflaume rötlicher und dunkler. Pflaumen eignen sich aufgrund ihres äußerst weichen Fruchtfleisches zwar besonders gut für die Herstellung von Marmelade, Kompott und Gelee, für alle möglichen Süßspeisen wie Kuchen, Nockerl oder Röster wird aber meist die Zwetschke bevorzugt, da Pflaumen wegen ihres weichen Fruchtfleisches beim Kochen sehr leicht zerfallen.


Blaue „Gesundheitspillen"

Gedörrte Zwetschken oder Zwetschkenmus gelten als DAS natürliche Heilmittel gegen Verstopfung. Ihre verdauungs- und stuhlfördernde Wirkung wird dem in ihnen enthaltenen Pektin und ihrem hohen Ballaststoffgehalt, der außerdem zur Senkung des Cholesterinspiegels beiträgt, zugeschrieben.

Zwetschken gelten als Energiespender und „Stimmungsmacher", wirken vorbeugend gegen Krebs und Herzinfarkt, stärken das Nerven- und Immunsystem, helfen bei Stress und Verstimmungen und wirken Nierenerkrankungen, rheumatischen Beschwerden und Leberproblemen entgegen. Wie sie das alles schaffen? Mit viel Provitamin A, zahlreichen B-Vitaminen und Spurenelementen. Zu ihren Inhaltsstoffen gehören Kalzium, Kalium, Eisen, Magnesium, Phosphor und Fruchtzucker.

Ob frisch verzehrt, als Zutat für Süßspeisen wie Kuchen, Nockerl, Sorbet und Co oder als aromatisches „i-Tüpfelchen“ für herzhafte Gerichte, Zwetschken bringen ein wunderbar süß-säuerliches Aroma in die Küche. Anregungen für schmackhafte Zwetschken-Gerichte finden Sie bei unseren Rezepten.
Die Bäume erreichen eine durchschnittliche Höhe von sechs (maximal zehn) Meter und werden selten älter als 40 Jahre. Ihre Blüten sind weiß- bis gelblich-grün und blühen von April bis Mai. Die Steinfrüchte haben eine Länge von sechs bis acht Zentimeter und reifen je nach Sorte zwischen Ende Juli/Anfang August bis Oktober.
Zwetschken sind von Natur aus mit einer weißlichen Wachsschicht überzogen. Diese dünne Schutzschicht verhindert den Feuchtigkeitsverlust der Früchte und sollte erst kurz vor dem Verzehr / vor der Verwendung des Obsts abgewaschen werden.
Eingefroren sind Zwetschken ein Jahr haltbar. Vor dem Einfrieren werden die Zwetschken halbiert, entsteint und die halbierten Fruchtstücke mit Zucker bestreut.
 

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