Süß oder salzig: So einfach kann man Brotaufstriche selber machen

Wer keine Lust auf Industrieprodukte und künstliche Inhaltsstoffe hat, sollte diese natürlichen Aufstriche probieren.

Ob vegan, süß oder als Geschenk im hübschen Glas: Brotaufstriche lassen sich einfach selber machen. Das geht schnell, man spart sich Konservierungs- und Zusatzstoffe und kann nach Lust und Laune mischen. Das gefällt oft auch Kindern.

Aus Avocado und frischen Kräutern, mit Hülsenfrüchten und Antipasti oder als süße Variante aus getrockneten Marillen und Mandelmus: Wer Brotaufstriche selber macht, kann seine Lieblingszutaten zusammenmischen - und er weiß ganz genau, was drinsteckt. "Es gibt unglaublich viele Möglichkeiten, sich abwechslungsreiche Aufstriche selbst zu machen", sagt Elke Männle vom deutschen Verband für Unabhängige Gesundheitsberatung. Gekaufte Produkte enthielten oft viele Konservierungs- und Zusatzstoffe, und am Geschmack hapere es manchmal.

Qualität wird immer wichtiger

Nicht nur für Menschen mit Unverträglichkeiten sei das Selbermachen deshalb die bessere Option, sagt Männle. "Immer mehr Konsumenten haben den Wunsch, genau zu wissen, was auf ihren Teller kommt." Zum Beispiel hochwertige pflanzliche Öle, regionales und biologisches Gemüse oder Fair-Trade-Gewürze: "Wenn ich meinen Brotaufstrich selber mache, kann ich über die Qualität der Zutaten selbst entscheiden", sagt die Gesundheitsberaterin. Und Selbstgemachtes schmecke einfach frischer: "Man schmeckt die einzelnen Zutaten richtig raus."

Zeitaufwand: Gar nicht so groß

Selbermachen klingt nach viel Zeit. "Stimmt aber nicht", sagt Köchin und Autorin Heike Kügler-Anger. "Viele Aufstriche kann man fertigstellen, während der Partner zum Bäcker geht." Blitzschnell seien dabei vor allem die Rohkost-Aufstriche, etwa aus einer fein zerdrückten Avocado. Diese wird mit Zitronensaft, Salz, Pfeffer oder wahlweise frischen Kräutern und etwas Frischkäse zum Aufstrich.

Brotaufstrich mit Kartoffel, Sellerie und Karotte

Oder etwas mit Naturtofu: Diesen abwaschen und abtrocknen. "Dann mit getrockneten Tomaten, etwas Sojasoße, Paprikapulver und Salz und Pfeffer zu einer cremigen Paste pürieren." Wer noch Kartoffeln vom Mittagessen übrig hat, kann diese zerstampfen und nach Geschmack verfeinern und würzen, beispielsweise mit frisch geriebenem Kren oder klein gehacktem Rucola. Ein Löffel Creme fraiche oder Topfen sorgt für Extra-Schmelz. Dazu kommen Gewürze: "Da ist man wirklich völlig frei, zum Beispiel asiatisch mit Kreuzkümmel oder Curry und mediterran mit Basilikum oder Rosmarin", sagt Kügler-Anger.

Grundlage eines jeden Brotaufstrichs ist die Herstellung einer Paste: "Dafür eignen sich vor allem Obst- und Gemüsesorten mit einem hohen Stärke- und Fettanteil", erklärt die Kochbuchautorin Marianne Zunner. Geeignet sind zum Beispiel Rote Rübe, Pastinake, Karotten und Kren. Auch Karfiol, Kürbis, Süßkartoffeln und Maroni werden gekocht und püriert zu einer cremigen Paste.

Nüsse als Grundlage

Eingeweichte Cashewkerne liefern einen käsigen Geschmack. "Es gehen aber auch alle anderen Nüsse, wie Macadamias, Mandeln oder Haselnüsse", sagt Männle. "Nüsse sind vor allem durch ihre mehrfach ungesättigten Fettsäuren sehr gesund." Auch Hülsenfrüchte, wie Kichererbsen oder weiße Bohnen, sind mit ihrem hohen Eiweißgehalt gute Nährstofflieferanten. "Zudem zerfallen sie nach dem Garen fast von selbst zur streichfähigen Paste", erklärt Zunner. Dann folgen weitere Geschmacksgeber in den Topf: Gewürze, Kräuter, Öle, Creme fraiche, Topfen, Schlagobers, Sesammus, Zitronensaft, Oliven oder eingelegte Antipasti. Nur Salz und Pfeffer sind Pflichtprogramm, bei allem anderen entscheiden Lust und Geschmack.

Süße Aufstriche

Auch süße Varianten lassen sich prima selbst mischen - zum Beispiel ein Rohkost-Nussaufstrich aus Avocado, Datteln und Kakaopulver. "Oder getrocknete Marillen mit Mandelmus und Orangensaft pürieren - ein Hochgenuss", sagt Elke Männle. Zerdrückte Bananen lassen sich mit Zutaten wie Kakaopulver und gehackten Nüssen schnell zum Aufstrich machen, sagt Kügler-Anger. Sie empfiehlt daneben einen Mango-Kokos-Aufstrich, bei dem frisch gewürfeltes Mangofruchtfleisch mit Kokosmilch, Kokosraspeln, Limettensaft und etwas Rohrzucker püriert wird. "Für eine festere Konsistenz etwas Johannisbrotkernmehl dazugeben."

Auch eine Nuss-Nougat-Creme kann man selbst zubereiten

Achtung bei Haltbarkeit

Durch die fehlenden Konservierungs- und Zusatzstoffe verderben frische Brotaufstriche viel schneller. Solche aus frischen Zutaten wie Avocado, Pilzen oder Kren möglichst noch am Tag ihrer Herstellung verzehren, rät Männle. Wer größere Mengen herstellen möchte, sollte gekochte Zutaten verwenden, da diese länger haltbar sind. "Ein Hummus aus Kichererbsen hält sich im Kühlschrank rund drei bis vier Tage", sagt Kügler-Anger.

"Für die Verlängerung der Haltbarkeit kann man gekochte Aufstriche in saubere Gläser füllen und diese in einem Topf acht bis zehn Minuten in kochendes Wasser stellen, dann müssten alle Bakterien vernichtet sein", sagt die Expertin. "Diese Sicherheitsvariante empfiehlt sich auch, wenn man selbstgemachte Brotaufstriche verschenken möchte." Dafür auf jeden Fall den Tag der Herstellung auf das Etikett schreiben und den Hinweis geben, wie lange der Aufstrich haltbar ist. "Bei abgekochten Produkten ist das nach Anbruch des Glases rund eine Woche", sagt Kügler-Anger.

Und: Selbstgemachtes kann Eltern helfen, auf dem Speiseplan der Kinder für Abwechslung zu sorgen, sagt Männle. Weil die Rezepte oft einfach sind, kann der Nachwuchs auch selbst helfen. "Für den Anfang empfehlen sich dafür süße Aufstriche, zum Beispiel eine selbstgemachte Nuss-Nougat-Creme." Aber auch Pikantes können Eltern anbieten, etwa eine geriebene Gurke mit Topfen und gehackter Petersilie oder einen Tomaten-Walnuss-Aufstrich. So lassen sich vielleicht auch gesunde Lebensmittel verstecken, die das Kind pur nicht gegessen hätte.

Buchtipp:
1 Brot - 50 Aufstrich: Das Beste kommt obendrauf (Marianne Zunner), GU Verlag

Marianne Zunner: ´1 Brot - 50 Aufstriche´
 

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