Studie zu Covid-19: Ungeimpfte schwangere Frauen haben eher eine Fehl- oder Totgeburt

Mütter und werdende Mütter würden alles tun, um ihr Kind zu schützen. Trotzdem sind viele gegen Corona ungeimpft und setzen damit ihr ungeborenes Kind großen Risiken aus.

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Dass die Diskussion rund um die Corona-Impfung in Österreich stark politisiert wurde, ist kein Geheimnis. Die Frage, ob man sich impft, ist in der aktuellen Phase weniger eine Frage der Gesundheit, sondern des vertretenen Standpunkts. Es geht bei der Diskussion inzwischen um viel mehr, als darum, sich vor einer Infektion zu schützen.

Und das macht die Arbeit von Ärzt*innen sehr herausfordernd, vor allem wenn es um Gruppen geht, die besonders geschützt werden sollten. Dazu zählen unter anderem schwangere Frauen. Denn während diese normalerweise alles tun würden, um ihr ungeborenes Kind zu schützen, ziehen viele bei der Impfung die Grenze. Und gefährden damit sowohl Mutter als auch Kind, wie eine neue Studie aus Schottland erneut bestätigt hat.

Mehr Komplikationen

Bereits im September 2021 erklärte Prof. Dr. Heinz Strohmer der WIENERIN im Interview, wie schwierig es aktuell sei, Schwangere in Hinblick auf die Corona-Impfung und die Schwangerschaft zu beraten. Schwierig nicht in Bezug auf das Risiko und die Datenlage, denn hier sind die wissenschaftlichen Ergebnisse sehr eindeutig. Sondern schwierig, weil es sich bei der Impfung um ein sehr emotionales Thema handelt, bei dem viel Angst und Unwissen mitschwingt.

So erklärte Dr. Strohmer im Herbst: "Ab dem zweiten Drittel der Schwangerschaft sollte man schwangere Frauen impfen, weil diese Covid-19 leichter bekommen. Und zusätzlich bedeutet die Krankheit für eine Schwangere eine schlechtere Prognose für die Schwangerschaft. Eine Schwangerschaft verläuft dadurch komplizierter, es gibt mehr Frühgeburten, mehr Schwangerschaftsvergiftungen. Plus enormen zusätzlichen Stress."

Mehr Fehlgeburten

Nun hat eine neue Studie aus Schottland der University of Edinburgh gemeinsam mit noch deutlicher gemacht, warum gerade Schwangere sich impfen lassen sollten: Denn ungeimpfte Schwangere verlieren das ungeborene Kind häufiger, wenn sie sich mit Corona infizieren als Geimpfte.

Zusätzlich kämpfen ungeimpfte Schwangere eher als geimpfte mit einem schweren Krankheitsverlauf der Corona-Infektion und müssen viermal häufiger ins Krankenhaus. Das führt natürlich sowohl für die Mutter als auch das ungeborene Kind zu einem großem zusätzlichen Stressfaktor während der Schwangerschaft.

Wer nicht geimpft ist und das Kind vier Wochen nach der Infektion auf die Welt bringt, hat zusätzlich ein signifikantes Risiko einer Totgeburt oder, dass das Kind innerhalb des ersten Lebensmonats stirbt. Die Rate der Todesfälle in diesem Bereich ist bei ungeimpften Frauen laut der Studie viermal so hoch, wie die durchschnittliche Rate der Totgeburten in Schottland. Alle Todesfälle trafen die Kinder ungeimpfter Frauen. Zusätzlich kommt es bei ungeimpften Schwangeren häufiger zu Frühgeburten.

Die Studie aus Schottland, die diese Ergebnisse nun brachte, analysierte 144.546 Schwangerschaften bei 130.875 Frauen von 1. März 2020 bis 31. Oktober 2021.

Klare Empfehlung

Aufgrund dieser Fakten rät sowohl das Nationale Impfgremium (NIG) und die Österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (OEGGG) ganz klar zu einer Impfung schwangerer Frauen.

Trotzdem sind Schwangere von der Impfpflicht, die ab 1. Februar in Kraft tritt, ausgenommen. Wer sich impft, macht das freiwillig mit einer so genannten Off-Label-Impfung. Es wird aber, wie bereits erwähnt, empfohlen. Weil es das Kind schützt. Und das sollte der wichtigste Entscheidungsfaktor in dieser Diskussion sein. Wer Bedenken bezüglich der Impfung hat, sollte sich an eine*n Ärzt*in des Vertrauens wenden und die Risiken und möglichen Bedenken gemeinsam besprechen.

 

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