Studie zeigt: Mentale Gesundheit von Studierenden im Lockdown enorm belastet

Seit Monaten lernen Studierende nun abseits von Kolleg*innen und Hörsälen: Das schlägt sich auf die psychische Gesundheit, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Wie geht es Studierenden im Lockdown?

Viele Studierende in Österreich haben seit letzten März keinen Hörsaal mehr betreten. Der Kontakt zu Lehrenden und Studienkolleg*innen findet seit bald einem Jahr hauptsächlich virtuell statt. Was macht das mit den Studierenden? Eine Studie der Studierenden-App Studo hat die "Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf Studierende" untersucht.

Einsamkeit, Überforderung, Hoffnungslosigkeit

Um herauszufinden, wie die etwa 335.000 Student*innen in Österreich die aktuelle Zeit erleben, hat Studo seine bereits dritte Umfrage zum Alltag Studierender in der Corona-Krise durchgeführt. Dabei wurden Erfahrungen von 420 Studierenden unterschiedlicher Unis, FHs und Pädagogogischen Hochschulen eingeholt. Das Ergebnis: Die mentale Gesundheit von Studierenden wird durch Isolation, Unsicherheit in sämtlichen Lebensbereichen sowie fehlende soziale Kontakte enorm belastet. Nicht einmal ein Viertel der Studierenden fühlt sich momentan mit Studienkolleg*innen verbunden. Ein großes Problem, da gerade Austausch und Sozialität für Studierende einen sehr hohen Stellenwert haben. "Zu einem Studium gehören auch die Begegnungen am Campus, spontane Diskussionen im Kurs und das Lernen mit der Lerngruppe in der Bibliothek", so die Rückmeldung der befragten Studierenden.

In Anbetracht des andauernden Lockdown-Zustands und der anhaltenden Unsicherheit fühlen sich viele mut- und hoffnungslos. Auch, dass viele Pläne wie der Studienabschluss oder das Auslandssemester nicht stattfinden können oder auf unbestimmte Zeit verschoben werden müssen, macht vielen zu schaffen.

Viele Studierende von Lernasufwand überfordert

Die Umfrage zeigt, dass sich der Lernaufwand für Studierende seit Beginn der Pandemie deutlich erhöht hat: Neun von Zehn Studierenden fühlen sich mit dem derzeitigen Lernaufwand überfordert. Die Studierenden
geben an, dass derzeit mehr von ihnen verlangt werde und es kaum Verständnis für zusätzliche Aufgaben wie Betreuungspflichten oder die Pflege von Angehörigen gebe. All das würde sich ebenfalls auf die mentale Gesundheit der Student*innen auswirken.

Hilfe in Anspruch nehmen

Neben Unsicherheit und Angst verspüren viele Studierende mittlerweile auch Ärger und Wut. Dr. Bernadette French, CEO von Instahelp, der Plattform für psychologische Beratung online, rät Studierenden, Hilfe in Anspruch zu nehmen und nicht zu versuchen, ihre Gefühle zu ignorieren: "All diese Emotionen sind normal, wenn wir uns an eine neue Situation anpassen müssen – sollten aber keinesfalls unter den Tisch gekehrt werden, da diese langfristig die Entstehung psychischer Erkrankungen begünstigen können".

 

Aktuell