Studie zeigt: Frauen sind in wärmeren Büros produktiver als Männer

Manche mögen's heiß. Sehr heiß, wenn es nach einer neuen Studie zum Temperaturempfinden von Frauen und Männern geht. Es zeigt sich: zwischen den Geschlechtern gibt es deutliche Unterschiede.

Studie: Frauen arbeiten in warmen Büros besser

Fenster auf oder zu? Klimaanlage an oder aus? Wenn es um die richtige Temperatur im Büro geht, entstehen unter KollegInnen schnell mal Grabenkämpfe. Nicht selten steigen Frauen in diesen Diskussionen als VerlierInnen aus, werden als "überempfindlich" abgestempelt. Dabei ist die unterschiedliche Wahrnehmung von Temperaturen keine Sache von Befindlichkeiten sondern biologisch begründet. Männer erzeugen aufgrund eines höheren Muskel-Fett-Verhältnisses mehr Wärme im Körper, Frauen, die einen höheren Fettanteil haben, können die Wärme nur isolieren und frieren somit eher.

Frauen: erst bei 30 Grad am produktivsten

Eine neue Studie der University of South California und des Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung zeigt nun, dass Temperatur nicht nur einen Einfluss auf das persönliche Wohlbefinden hat, sondern sich auch auf die Leistung auswirkt. Für die Untersuchung mussten 543 ProbandInnen eine Reihe kognitiver Aufgaben in unterschiedlichen Temperaturzuständen bewältigen. In den simulierten Sitzungen variierten die Temperaturen dabei von 16 bis 33 Grad.

Die Auswertung der Ergebnisse zeigte, dass die Leistung der Frauen von Grad zu Grad stieg und sie ihre Topform erst zwischen 30 bis 33 Grad erreichten. Bei den Männern war das Gegenteil zu beobachten: Sie liefen schon bei 20 Grad zu ihrer Bestleistung auf, ihre Leistung sank, wenn auch nicht so deutlich, bei steigenden Temperaturen immer mehr ab.

"Geschlecht" in der Forschung lange vernachlässigt

Der beträchtliche Temperatur-Unterschied von zehn Grad zeigt noch deutlicher als angenommen, dass Frauen und Männern unterschiedliche Bedürfnisse haben, was das Arbeitsumfeld betrifft. "Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Studie darauf hinweist, dass Geschlecht ein wichtiger Faktor ist, wenn es darum geht den Einfluss von Temperatur auf den Körper zu bestimmen - und zwar nicht nur, wenn es um Komfort geht, sondern auch um Produktivität und kognitive Leistung", stellen die SudienautorInnen in ihrem Fazit fest. Es müsse aber noch mehr Forschung auf diesem Gebiet geben - denn wie auch in anderen Bereichen der Medizin wurde der Faktor "Geschlecht" in den letzten Jahrzehnten auch hier lange Zeit vernachlässigt, sind sich die ForscherInnen einig.

 

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