Studie: Wer viel Sex hat, kommt später in die Wechseljahre

Ein aktives Sexualleben ist mit einem eher späteren Beginn der Menopause verknüpft, geht aus einer aktuellen britischen Studie hervor.

Frau und Mann küssen sich

Ein Forschungsteam des University College London (UCL) fand heraus: Bei Frauen, die mindestens einmal in der Woche sexuell aktiv sind – dazu zählen Geschlechtsverkehr, Oralsex, stimulierende Berührungen sowie Selbstbefriedigung – ist die Wahrscheinlichkeit eines frühen Einsetzens der Menopause (also der Übergang vom fruchtbaren zum unfruchtbaren Zustand) um 28 Prozent geringer. Bei den Frauen, die nur einmal im Monat sexuell aktiv sind, ist das Risiko um 19 Prozent geringer.

Daten von 3.000 Frauen ausgewertet

Im Zuge der Forschungsarbeit analysierte das Team die Daten einer US-Studie zur Frauengesundheit mit 3000 Teilnehmerinnen. Zu Beginn der Studie 1996 lag das Durchschnittsalter der Frauen bei 45 Jahren, keine von ihnen war bis zu diesem Zeitpunkt in die Wechseljahre eingetreten.

Neben der sexuellen Aktivität wurden weitere unterschiedliche Kriterien wie Östrogenspiegel, Bildung, Gewicht und allgemeine Gesundheit statistisch ausgewertet. Auf diese Weise wollte man eine etwaige Verknüpfung von sexuellem Verhalten und dem Alter des Einsetzens der Menopause feststellen.

Das durchschnittliche Eintrittsalter lag bei den Studienteilnehmerinnen bei 52 Jahren. Bei Untersuchung der unterschiedlichen Faktoren zeigte sich: Frauen, die sexuell sehr aktiv sind, kamen signifikant später in die Menopause.

Die Großmutter-Hypothese

Die Expert*innen vermuten, dass der weibliche Körper bei sexueller Inaktivität glaubt, er müsse seine Ressourcen anderweitig einsetzen, weshalb er mit dem "Sparprogramm Menopause“ beginnt. Dieses Ergebnis steht in Einklang mit der sogenannten "Großmutter-Hypothese“: Ist eine Schwangerschaft unwahrscheinlich, erscheint es dem Körper sinnvoller, die für die Menstruation nötige Energie einzusparen und stattdessen in die Sorge für bereits existierende Nachkommen zu stecken.

Laut Großmutter-Hypothese ermöglichen es die Wechseljahre Frauen reiferen Alters, ihre Fitness zu steigern, um sich auch im fortgeschrittenen Alter um ihre Nachkommen kümmern zu können.

 

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