Studie: So sprechen Menschen in einer Quarterlife Crisis

Eine Sinnkrise in den Zwanzigern: Die so genannte Quarterlife Crisis kann Menschen zwischen 18 und 30 Jahren treffen und beschreibt einen Zustand der Unsicherheit. Eine Studie hat nun untersucht, wie sich Betroffene in sozialen Medien ausdrücken - und an welchen Sprachmustern man die QLC erkennen kann.

So sprechen Menschen in der Quarter Life Crisis

Ein bisserl Existenzangst, ein bisserl unerfüllte Erwartungen, große Enttäuschungen und ganz viel Druck: Eine Quarterlife Crisis (QLC) belastet junge Erwachsene mit zunehmender Häufigkeit, seit sich der Begriff Ende der 1990er etabliert hat.

Eine aktuelle Studie zeichnet nun ein klareres Bild davon, wie es sich anfühlt, eine QLC zu durchleben. Forscher*innen haben 1,5 Millionen Tweets von mehr als 1.400 Menschen im Alter zwischen 18 und 30 Jahren analysiert, die sich in ihren Postings auf eine Quarterlife Crisis bezogen haben, und sie mit Tweets von Nichtbetroffenen verglichen. Das Ergebnis: Sprache und Themen der Betroffenen unterscheiden sich deutlich von Menschen, die nicht unter einer QLC leiden.

Quarter Life Crisis: Arbeit, Zukunft und das Ich

Das Wort "Arbeit" kommt in der Gruppe der Betroffenen besonders häufig vor. Die Wissenschafter*innen begründen das mit Unsicherheiten und Gefühlen der Verzweiflung im Zusammenhang mit Arbeitsplatz- und Arbeitsmarktsituationen, die bei jungen Menschen Existenzangst auslösen können. Außerdem benutzen Betroffene wesentlich öfter Personalpronomen wie "Ich", "Mir" und "Mein". Ein erwartbares Ergebnis, wie die Studienautor*innen erläutern: Menschen mit psychischen Gesundheitsproblemen weisen tendenziell ein erhöhtes Selbstempfinden auf. Ausdrücke, die die Zukunft betreffen, wie etwa "morgen", "vorbereiten" oder "erwarten" sind zusätzlich wesentlich häufiger bei Nutzer*innen zu finden, die eine Quarterlife Crisis durchleben. Die Forscher*innen vermuten dahinter Zukunftsängste.

Worte, die Menschen mit Quarter Life Crisis besonders oft benutzen

Am Ende ihrer Analysen konnten die Studienautor*innen sechzehn Worte identifzieren, die Betroffene mit hoher Wahrscheinlichkeit benutzen:

  • feststecken
  • versuchen
  • weggehen
  • verändern
  • arbeitslos
  • einsam
  • hoffnungslos
  • überfordert
  • unfair
  • versagen
  • coping
  • Fehler
  • Tiefe
  • Bedeutung
  • gefangen
  • Versuch

Mehr als 70 Prozent der jungen Erwachsenen leidet zumindest an einem Zeitpunkt an einer Quarterlife Crisis, wie eine kürzlich veröffentlichte britische Umfrage nahelegt. Im Schnitt dauert der Krisenzustand ein Jahr - und geht für die meisten Betroffenen also zumindest wieder vorbei.

 

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