Studie: Immer noch kritische Einstellung gegenüber arbeitenden Müttern

Nicht nur fehlende Angebote und mangelnde staatliche Unterstützung fördern traditionelle Geschlechterrollen. Auch gesellschaftliche Auffassungen sind weiterhin ein Hindernis, wie eine neue Studie zeigt.

Was Österreich und seine Akzeptanz gegenüber arbeitenden Müttern und neuen Geschlechterrollenbildern betrifft, gibt es noch einiges zu tun (das bewies auch dieser OECD Bericht).
Muttersein wird vielersorts weiterhin als Frauensache betrachtet, wie nun eine Studie abermals bestätigt.

Kind leidet, wenn seine Mutter arbeitet

Die Studienautorinnen Isabella Buber-Ennser (Institut für Demographie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften) und Ralina Panova (Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung Wiesbaden) kamen in einer länderübergreifenden Studie zum Schluss, dass die Akzeptanz gegenüber dem Konzept der "Working Mum" in vielen Ländern weiterhin ausbaufähig ist.

Konkret wurden für die Studie männliche und weibliche Teilnehmer unter 49 gefragt, ob sie der Aussage zustimmen würden, dass ein Vorschulkind leidet, wenn seine Mutter arbeitet.

Die Untersuchung, die unter dem Namen "Attitudes towards Parental Employment" veröffentlicht wurde, ergab, dass 42 Prozent der ÖsterreicherInnen dieser Aussage positiv gegenüber standen und gegenüber erwerbstätigen Müttern Vorbehalte hatten.

Österreich im Mittelfeld

Damit liegt Österreich im Länder-Vergleich im Mittelfeld der 16 untersuchten Staaten. Noch schlechter steht es in Ländern wie Ungarn (80 Prozent stimmten dort der oben genannten Aussage zu), Georgien (72 Prozent), Russland (64 Prozent), Bulgarien (62 Prozent) oder Polen (57 Prozent). Eine progressive Haltung im Hinblick auf die Fragestellung nahmen hingegen Belgien (29 Prozent), Ostdeutschland* (19 Prozent), Estland (18 Prozent) und Norwegen (elf Prozent) ein.

Ähnlich skeptisch gegenüber müttlerlicher Erwerbstätigkeit wie Österreich zeigte sich auch Westdeutschland* (46 Prozent), Australien (45 Prozent) oder Tschechien (42 Prozent).

Männer skeptischer gegenüber "Working-Mums"

Separiert man die Geschlechter innerhalb der Studie, sehen (wenig überraschend) Männer im Schnitt die Erwerbstätigkeit von Frauen kritischer. Am größten war die Differenz in der Auffasung ausgerechnet im progressiven Norwegen.

In Australien, Bulgarien und Georgien hingegen standen Männer der Erwerbstätigkeit sogar offener gegenüber als Frauen.

*aufgrund unterschiedlicher kultureller Prägungen wurden für die Studie West- und Ostdeutschland als zwei getrennte Einheiten gewertet.

Übrigens: Studien zufolge schaden arbeitende Mütter ihren Kindern nicht. Im Gegenteil. Kinder von berufstätigen Frauen bringen bessere Noten und sind häufiger in Begabtenklassen zu finden. Mehr dazu hier.

 

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