Studie: Humor schadet der Karriere (also nur der von Frauen)

Eine aktuelle Studie zeigt: Lustige Frauen werden in der Arbeit als weniger kompetent eingeschätzt. Bei Männern hingegen wirkt sich Humor positiv auf die Karriere aus.

Humor Arbeitsplatz

Man stelle sich Sam vor: Für eine Gruppe an Proband*innen ist Sam weiblich, für die andere Gruppe ist Sam männlich. Anhand von Sams Bewerbungsunterlagen sollen die Studienteilnehmer*innen seine bzw. ihre Fähigkeiten und sein bzw. ihr Standing in einem Unternehmen beurteilen. In den Bewerbungsunterlagen dabei: Ein Video, das Sam bei zwei verschiedenen Präsentationen zeigt: einmal humorvoll präsentiert, einmal ernst.

Männer sollen lustig sein, Frauen nicht.

Das Ergebnis zeigt klar: Der Status des männlichen Sams wurden von den Studienteilnehmer*innen als überwiegend positiv gesehen, wenn Humor verwendet wurde. Dem männlichen Sam sprachen die Proband*innen mehr Führungspotenzial zu. Die weibliche Sam hingegen wurde eher als kompetent angesehen, wenn sie eine ernste Präsentation hielt. Humor im Arbeitsalltag wird also bei Männern und Frauen unterschiedlich bewertet.

Vorurteile in der Arbeitswelt

Die Autor*innen der Studie "Gender and the evaluation of humor at work" verweisen im Zuge der Ergebnispräsentation auf nach wie vor bestehende Vorurteile in der Arbeitswelt. Männern wird immer noch (grundlos) mehr Kompetenz im Beruf zugesprochen, während sich Frauen ständig neu beweisen müssen. Das sei laut Studie auch der Grund, warum Humor bei Frauen als kontraproduktiv aufgefasst wird: Der lustige Sam hat einen Vertrauensvorsprung in Sachen Kompetenz, Humor wird bei ihm daher als Selbstsicherheit gelesen. Bei der weiblichen Sam werden Scherze eher als Zeichen von Unsicherheit wahrgenommen und Sam dementsprechend weniger Erfolg zugesprochen.

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Klischees im Job kommen aus dem Privatleben

Für die Studie der University of Arizona wurden insgesamt 316 Personen zu ihrer Wahrnehmung von Männern und Frauen im Arbeitsumfeld befragt. Aus den Ergebnissen schließen die Forscher*innen, dass Klischees im Job häufig aus im Privatleben verankerten Vorurteilen kommen. Die (unbewusste) Annahme, Frauen würden weniger engagiert sein komme etwa von einem Bild, dass die Hauptverantwortung bei Frauen immer noch darin liegen würde, sich um Kinder und Familie zu kümmern, so die Wissenschaftler*innen.

 

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