Studie: Frauen von Altersarmut am stärksten betroffen

Junge Frauen wissen zu wenig über Altersvorsorge und überschätzen ihre künftige Pension. Warum du dich unbedingt rechtzeitig mit Altersvorsorge beschäftigen solltest.

Geld zählen

Dass die Pensionen von Frauen geringer ausfallen als jene von Männern ist den meisten bewusst. Wie groß die Unterschiede tatsächlich sind und welche Maßnahmen wir ergreifen können, um der Altersarmut zu entgehen, ist leider noch erschreckend wenig jungen Frauen klar. In einer aktuellen Studie der Wirtschaftsuniversität Wien (WU) und der Plattform Damensache wurden Jungakademikerinnen zu ihrem Wissen und ihren Einstellungen zum Thema Finanzvorsorge befragt – die Ergebnisse sind teilweise alarmierend.

Zu wenige Maßnahmen getroffen

Die 500 befragten Jungakademikerinnen wissen zwar grundsätzlich über gering ausfallende Pensionen Bescheid, setzen aber durchschnittlich viel zu wenige Maßnahmen, um Altersarmut vorzubeugen.

Marietta Babos, Gründerin der Plattform Damensache, weist auf die Dringlichkeit der Sache hin: "Wir schlittern auf einen Pensionswandel ähnlich dem Klimawandel zu. Junge Frauen müssen sich der Gefahr bewusst sein." Ziel der Studie sei es, Frauen über Finanz- und Altersvorsorge aufklären und zu motivieren, einschlägige Handlungen zu setzen, damit sie in jedem Alter finanziell selbstbestimmt leben können.

Eigene Pensionen überschätzt

Obwohl dem Großteil der Befragten klar ist, dass ihre künftigen Pensionen vermutlich mager ausfallen werden, schätzten sie die Netto-Beträge noch zu hoch ein: So rechneten die jungen Frauen im Durchschnitt mit einer Pension von 1.080 Euro im Monat – tatsächlich sind es etwa 1.024 Euro. Männerpensionen schätzten sie auf ca. 1.520 Euro, de facto liegt sie sogar bei rund 1.678 Euro. Viele Frauen hoffen, fehlende Beträge durch berufliche Overperformance zu kompensieren.

Vor allem durch Teilzeitarbeit, Karenz und Benachteiligung (Stichwort "Gender Pay Gap“) fallen Pensionen von Frauen oft um etwa ein Drittel geringer aus als bei Männern. Bei zwei Kindern kann sich der Unterscheid bereits auf rund 600 Euro netto im Monat belaufen.

Rechtzeitig handeln

Knapp 90% der befragten Frauen sehen die Verantwortung für ihre finanzielle Absicherung bei sich selbst und wären bereit, für die private Vorsorge monatlich ca. 200 Euro, also etwa 10 Prozent ihres Nettoeinkommens zur Seite zu legen. 56% der Jungakademikerinnen sehen den Berufseinstieg als guten Zeitpunkt, um mit der Altersvorsorge zu beginnen.

Sich genau mit der eigenen Finanzsituation und den Möglichkeiten der Vorsorge auseinanderzusetzen ist ein wichtiger erster Schritt, um eine späteres Abrutschen in die Altersarmut zu verhindern.

 

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