Studie: Frauen trauen sich nix zu, weil in Filmen nur Männer das Sagen haben

Neue Studie zur Darstellung von Frauen im Film: Male Gaze, Rollen-Klischees und unterwürfige Frauen dominieren nach wie vor – und das hat seine Folgen.

Hausfrau traurig

Eigentlich möchte man nur noch speiben. Wir befinden uns im Jahr 2019 (!) und Frauen dienen in den meisten Filmen immer noch nur als heißes Sexobjekt oder braves Mutterl. Die rückschrittliche Darstellung von Frauen in Mainstream-Filmen geht natürlich auch nicht spurlos an uns vorbei, wie die neue Studie "Rewrite Her Story“ von US-Schauspielerin Geena Davis zeigt: Durch das Bild, welches in den meisten Filmen von Frauen gezeichnet wird, trauen sich Frauen und Mädchen weniger zu und stecken sich niedrigere Ziele.

Frauen werden nach wie vor auf Körper reduziert

Konkret geht es in der Studie "Rewrite her story“ (durchgeführt vom Geena Davis Institute on Gender in Media und der britischen humanitären Organisation Plan International) darum, wie Frauen in Führungspositionen in populären Filmen dargestellt werden. Dabei wurden die 56 erfolgreichsten Filme aus dem Jahr 2018 in 20 Ländern von den USA bis Afrika analysiert. Das ernüchternde Ergebnis: Weibliche Figuren in Führungspositionen werden viel öfter objektiviert (langsamer Schwenk über den Körper, etc.) und nackt gezeigt. So ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Frau nackt zu sehen ist, beispielsweise vier Mal so hoch wie bei einem Mann.

Männer sind stark und kompetent - Frauen überfordert

Während Männer in Machtpositionen als smart, belastbar und kompetent dargestellt werden, sind Frauen überfordert – dafür aber ganz vorn, wenn es um Haushalt und Familie geht. Danke dafür. Mainstream-Filme werden immer noch aus dem sogenannten "Male Gaze“ erzählt, also aus der Sicht eines Mannes. Sie senden die Message, Leadership sei eine männliche Domäne, Frauen sind nur dazu da, Männern zu dienen und niemals wirklich "in charge“. Hängt wohl damit zusammen, dass die meisten Regisseure und Drehbuchautoren nach wie vor männlich sind.

Die Folge: Frauen trauen sich weniger zu

Die Studie umfasste auch eine Befragung von Frauen und Mädchen zwischen 15 und 25 Jahren aus 20 Ländern zu ihrer Einschätzung, inwiefern Medien ihre Träume und Ambitionen beeinflussen. Der Großteil fühlt sich von der momentanen Darstellung von Frauen entmutigt. So beschreibt eine 22-jährige Frau aus Uganda: "Auch wenn ich wüsste, ich könnte eine Führungsperson sein, würde ich es gar nicht erst versuchen, weil mir gezeigt wird, dass das ein Männerbereich ist. Ich werde dazu erzogen, mich zurückzuhalten und Männern zuzuschauen, obwohl ich weiß, dass ich es auch könnte“. Neben der allgemein problematischen Darstellung von Frauen kritisierten viele der Befragten auch die fehlende Diversität bei sexueller Orientierung und Ethnicity.

“If she can see it, she can be it“

Schauspielerin Geena Davis ("Thelma & Louise“) setzt sich seit vielen Jahren für eine Reduktion von Stereotypen im Film ein und gründete 2004 das Geena Davis Institute of Gender in Media. Mit dem Slogan "If she can see it, she can bei it“ weist die Organisation auf die Wichtigkeit der Darstellung weiblicher Charaktere hin. Gegenüber dem Guardianerklärt sie: "Ich denke, der einfachste Weg etwas in unserer Gesellschaft zu verändern, ist angemessene Darstellung (von Frauen) in Filmen. Wenn du es hier zeigst, wird es auch im echten Leben passieren.“

 

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