Studie: In diesen Ländern haben Frauen weniger Selbstbewusstsein

Jetzt hat es auch die Wissenschaft bestätigt: Männer glauben stärker an sich als Frauen. Warum das so ist, versuchte eine neue Studie herauszufinden.

Frauen zweifeln öfter an ihren Fähigkeiten und gestehen sich ihre Errungenschaften nicht ein - das sagen bereits Studien zum sogenannten "Impostor"-Phänomen. Eine neue Studie, die im "Journal of Personality and Social Psychology" veröffentlicht wurde, kommt nun zu dem Ergebnis: Frauen haben weniger Selbstbewusstsein als Männer.

Die "Selbstbewusstseins-Schere" aufgrund der Sozialisierung ist real


Die Studie hat sich die Unterschiede im Selbstbewusstsein der Geschlechter in 48 Ländern angesehen - und somit auch erstmals interkulturelle Unterschiede feststellen können. Die insgesamt 985.937 Teilnehmenden, deren Daten zwischen 1999 und 2009 gesammelt wurden, mussten die Aussage "Ich sehe mich selbst als jemanden, der viel Selbstbewusstsein hat" bewerten. Männer haben sich durchwegs als selbstbewusster eingeschätzt.

Die interkulturellen Ähnlichkeiten erklären sich die StudienautorInnen damit, dass stereotype Geschlechterrollen universell weitergetragen werden. Trotzdem sei der Gender-Gap beim Selbstbewusstsein in westlichen industrialisierten Gesellschaften wie in Deutschland, Großbritannien oder Norwegen höher als in Entwicklungsländern.

Konkurrenzdruck führt zu weniger Selbstbewusstsein


Warum aber sollten in Ländern, in den Frauen de facto gleichberechtigt sind, die Frauen weniger Selbstbewusstsein haben? Die AutorInnen erklären dies damit, dass die Frauen in westlichen Ländern öfter dazu gezwungen werden, sich zu vergleichen, sie damit einem größeren Konkurrenz- und wirtschaftlichen Druck ausgesetzt sehen und sich in weiterer Folge selbst nicht so stark wertschätzen.

Die These: In Ländern, in denen Geschlechterungleichheit weniger sichtbar ist, wird Frauen gleichzeitig beigebracht, dass sie selbst für ihren eigenen Erfolg verantwortlich sind. Das führt dazu, dass sie sich auch selbst bechuldigen, wenn sie nicht so viel erreichen wie Männer. Der omnipräsente mediale Schönheits- und Perfektionismuswahn komme noch hinzu, schreiben die AutorInnen.

 

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