Studie beweist: Offengelegte Gehälter schließen Gender Pay Gap

Der "Gender Pay Gap" klafft in Österreich immer noch weit auseinander. Dabei gäbe es eine effektive Möglichkeit, diesen schnell zu schließen. Das zeigt eine aktuelle Studie aus Dänemark.

Dass die DänInnen in Sachen Gleichberechtigung so einiges richtig machen, hat sich mittlerweile schon herumgesprochen. Auch in Sachen "Gender Pay Gap" sind uns unsere nordeuropäischen NachbarInnen um einiges voraus. Schuld daran dürfte auch ein Gesetz in Dänemark sein. Dieses schreibt Unternehmen vor, ihre Gehälter offenzulegen. Dies soll, so der Plan, für gleichere Gehälter (und damit einen kleineren "Gender Pay Gap") sorgen.

Transparenz lässt Gehaltsunterschiede schrumpfen

Ein dänisch-amerikanisches ForscherInnen-Team nahm das Gesetz, das 2007 unter dem „Equal Pay Act” in Dänemark in Kraft getreten ist, zum Anlass, um es auf seine Effektivität zu untersuchen. Dafür untersuchten die WissenschaftlerInnen den Zeitraum zwischen 2003-2008 und verglichen betroffene Unternehmen mit jenen, die ihre Gehälter nicht offenlegen mussten. Es stellte sich heraus, dass Gehaltsunterschiede im Untersuchungszeitraum bei zu Transparenz verpflichteten Unternehmen um 7 Prozent sanken, nachdem das Gesetz in Kraft getreten war.

Verwundert waren die ExpertInnen über die Tatsache, dass der "Gender Pay Gap" im Vergleich offensichtlich sank, allerdings die Gehälter der weiblichen MitarbeiterInnen kaum erhöht wurden. Vielmehr wurde bei der Gehaltsvorrückung der Männer gespart, sodass die Firmen am Ende des Jahres nicht mehr Ausgaben hatten.

Und Österreich?

Auch hierzulande wurde vor einigen Jahren ein entsprechendes Lohntransparenzgesetz beschlossen. Allerdings zielt dieses auf Unternehmen ab einer Größe von 150 MitarbeiterInnen ab. Zum Vergleich: In Dänemark müssen Firmen bereits ab einer Größe von 35 MitarbeiterInnen (mit mindestens 10 Angestellten) ihre Gehälter offenlegen.

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Die Zahlen zeigen, dass in Dänemark dadurch viel schneller gleichberechtigte Entlohnung erreicht wurde, während man in Österreich noch hinterherhinkt. Im Europavergleich steht Österreich daher weiterhin schlecht dar: Frauen verdienen laut "Eurostat" knapp 22 Prozent (21,7%) weniger als ihre männlichen Kollegen (EU-Schnitt 16%). Selbst, wenn man Faktoren wie Teilzeitarbeit und Branchen-Unterschiede wegrechnet, verdienen Frauen immer noch ein Zehntel weniger als ihre männlichen Kollegen - eine Zahl, die sich in den letzten Jahren kaum nach unten korrigierte.

Eine von Frauenministerin Juliane Bogner-Strauß eingesetzte "ExpertInnenkomission zu Lohngerechtigkeit für Frauen" arbeitet derzeit an einer Vereinheitlichung der Berechnung des "Gender Pay Gaps" und dürfte auch konkretere Pläne für Einkommenstransparenz vorlegen. Es bleibt zu hoffen, dass den Vorschlägen auch bald konkrete Gesetze folgen.

 

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