Studie: Auch bei einvernehmlichem Sex gibt es Gewalt

Selbst wenn der Sex per se einvernehmlich ist, sagt das Nichts über das einvernehmliche Ausleben von (gewaltvollen) Techniken aus, wie die BBC warnt.

Konsens Sex Gewalt

Okay, zum Einstieg nochmal für alle: Nur Ja heißt Ja. In Schweden wurde das Konsensprinzip beim Sex mittlerweile gesetzlich geregelt (>>> wir berichteten) – und auch sonst sollte überall und sowieso gelten: Sex passiert nur dann, wenn alle Beteiligten sich wohl damit fühlen. So weit, so basic (sollte es zumindest sein), aber: Eine Recherche der BBC macht nun einmal mehr deutlich, dass Konsens aber weit über die Zustimmung zu Geschlechtsverkehr geht.

Konsens ist kein OK für die Ausübung von Gewalt

Gewaltausübungen während konsensuellem Sex werden normalisiert, warnen Aktivist*innen gegenüber BBC. Über ein Fünftel aller unter 40-jährigen Frauen in UK wurden während einvernehmlichem Sex schon einmal ungewollt geschlagen, gewürgt oder angespuckt, so eine auf bbc.com veröffentlichte Studie. 20 Prozent ebendieser Frauen fühlten sich danach ängstlich oder wütend.

Das zeigt eine Auswertung des Forschungsinstituts Savanta ComRes. 2002 Frauen im Alter von 18 bis 39 Jahren wurden gefragt, ob sie während einvernehmlichen Sex schon einmal geschlagen, gewürgt oder angespuckt wurden – und ob das je ungewollt und ohne Konsens passiert ist.

BBC Recherche

Über ein Drittel aller Frauen erleben Gewalt beim Sex

Die Ergebnisse sind ernüchternd: Mit 38 Prozent hat über ein Drittel aller Befragten schon ungewollte gewaltvolle Sex-Techniken erlebt. Der Centre for Women’s Justice sieht in diesen Zahlen eine bedenkliche Entwicklung: Frauen würden immer mehr unter Druck gesetzt, gewalltvolle Sex-Techniken zuzulassen oder über sich ergehen zu lassen. Das sei auf die ständige Verfügbarkeit von Sex und die Normalisierung von "extreme pornography" zurückzuführen. Wir müssten uns wieder mehr auf zwischenmenschliches Einverständnis besinnen und Konsens zur Normalität machen - oder wie Adina Claire, Acting Co-Chief Executive von Women's Aid, gegenüber BBC treffend zusammenfasst: "Zu Sex zuzustimmen ist nicht gleich auch die Zustimmung zu Schlagen, Würgen oder Anspucken."

Die Beratungs- und Hilfsangebote der Frauenhelpline 0800 222 555 sind kostenlos und rund um die Uhr erreichbar. Die Beraterinnen sind zur absoluten Vertraulichkeit verpflichtet. Auf Wunsch kannst du auch anonym bleiben.

 

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