Studie: Achtsamkeit und Meditation können Depressionen verschlimmern

Mindfulness hier, Positive Vibes da: Meditations-Apps sind vor allem für Millennials ein beliebtes Mittel zur Entspannung geworden. Wie hilfreich ist das wirklich?, fragt jetzt einen Studie.

Meditation

Mal ehrlich: Der Alltag und das Erwachsensein (oder auch nur so tun als ob) ist irrsinnig anstrengend. Und Anxiety ist real. Yoga, Achtsamkeitsübungen und geleitete Meditation sollen helfen, um mit den kleinen und großen Herausforderungen des Alltags besser klarzukommen und sich mit der eigenen Psyche zu beschäftigen. Nur: Tun sie das wirklich?

Anxiety durch Achtsamkeit

Eine Studie von Forscher*innen der Coventry Universität zeigt nun, dass Meditationen auch negative Auswirkungen haben können. Für die Untersuchung wurden 55 bereits bestehende Studien zum Thema herangezogen, analysiert und der Durchschnitt der Ergebnisse berechnet.

Auf eine von zwölf Personen wirkt sich regelmäßiges Meditieren negativ aus. Vorhandene Depressionen oder Angstzustände können sich durch Achtsamkeitsübungen verschlimmern und/oder sogar dadurch getriggert werden, sprich: Anxiety kann durch Mediation bei manchen Menschen auch zum ersten Mal auftreten.

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Zwar funktionieren diese Methoden bei den meisten Menschen, "das Ganze ist aber zweifellos gehypt und funktioniert nicht für alles und jeden", so der Forscher Miguel Farias. Laut Studienergebenissen sollen acht Prozent der Menschen, die meditieren, negative Auswirkungen feststellen. Die Dunkelziffer könne laut Farias aber deutlich höher sein.

Wenn der Kopf "rebelliert"

Laut Psychologin Katie Sparks könnte die Zahl auch durch jene Menschen in die Höhe getrieben werden, die meditieren und an einer nicht diagnostizierten Depression oder Angststörung leiden, wie sie gegenüber New Scientist erklärt. Sobald man versucht, die Gedanken zur Ruhe zu bringen, könne es gut sein, dass der Kopf zu "rebellieren" beginnt. Die Psychologin erklärt das so: Versucht man die Gedanken zu kontrollieren und zu beruhigen, kann sich unser Gehirn möglicherweise gegen diesen Versuch wehren. Das bedeutet jedoch nicht, dass man gar nicht mehr meditieren soll - nur eben nicht gleich auf eigene Faust loslegen, sondern besser mit geführten Meditationen starten.

 

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