Studentin wird für ihr Kleid gemobbt – und modelt jetzt für Asos

Ihr Kleid schaue "schrecklich" aus, findet der Tinder-Match einer jungen Studentin. Und lag damit ordentlich daneben.

„Dein Kleid schaut aus wie aus der Kleidersammlung“, schreibt ein Mann namens George an seinen Tinder-Match Thea Lauryn Chippendale.

Die britische Studentin trägt auf einem Foto in ihrem Tinderprofil ein rosafarbenes Kleid des britischen Modehändlers Asos. Und sie fragt sich und den Mann, warum zur Hölle er glauben würde, dass seine Meinung irgendjemanden interessiere. Der selbst ernannte Modekritiker aber ist sich seines Rechts sicher und hätte immerhin nicht schlafen können, hätte er dieser Frau im Internet nicht mitgeteilt, wie „schrecklich“ ihr Kleid aussähe.

Chippendale tweetet die Konversation. Sie will zeigen, wie Gespräche zwischen Männern und Frauen online ablaufen können. Mehr als 100.000 Likes und fast 10.000 Retweets bekommt sie für ihre Kurzgeschichte zum Status des Online-Datings – und unglaublich viele nette Worte zu ihrem Stil.

„Ich bin total überwältigt von den positiven Reaktionen“, sagt sie dem Newsportal Newsbeat der BBC. „Die Menschen waren so nett und unterstützend.“

Asos schreibt eine richtig gute Revenge-Story

Vorhang auf für: Asos! Am britischen Modeunternehmen ist der virale Tweet nicht vorbeigegangen und die Menschen dort wissen, wie Zeitgeist und Marketing geht. Schon in der Vergangenheit bewies Asos ein gutes Gespür: Das Unternehmen zeigt seine Models unretuschiert mit Dehnungsstreifen, wirbt mit „Plus-Size“-Models für die eigene "Curvy"-Linie (nein, das ist nicht selbstverständlich) und zeigt mit der neuen Kategorie „Modest“, dass religiöse Kleidervorschriften und Mode keine Gegensätze sein müssen. Asos fragt also bei Chippendale an, ob sie das Foto des „schrecklichen“ Kleides auf der Produktseite verwenden dürfen. Die junge Frau willigt ungläubig ein.

Kurz darauf tweetet das Unternehmen das Foto seines neuen Models. Chippendale selbst ist überrascht. Sie hätte nicht gedacht, dass das tatsächlich passieren würde. „Ich bin völlig baff“, sagt sie Newsbeat. „Ich musste mich selbst zwicken, ich bin immer noch so überwältigt, dass sie wirklich ein Foto von mir auf ihre Website gegeben haben.“ Das Internet findet's ebenfalls super:

Was der Mann namens George zu all dem sagt, ist unbekannt – und interessiert auch niemanden.

 

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