Stress pur? So helfen Mütter ihrem Kind

Warum Alltagsstress kein reines Erwachsenen-Thema ist und wie Mütter ihren Kindern helfen können,  mit Druck, Ärger und Belastung umgehen zu können. 

Schon im Kindergarten kann es passieren, dass sich die Kleinsten der Alltagsbelastung nicht gewachsen fühlen. Was zunächst mit Symptomen wie Bauchschmerzen, Kopfschmerzen und Schlafproblemen beginnt, verschlimmert sich ab dem ersten Schultag. Viele Kinder nämlich stehen unter großem Druck, wenn es um schulische Leistungen geht. Alltagsstress also ist kein reines Erwachsenen-Thema. Auch Kinder benötigen Hilfe, um mit Druck, Ärger und Belastung umgehen zu können.

Das Mindset entscheidet über Streit oder Harmonie

Gestresste Menschen haben eine besondere Wirkung auf andere. Wer schon einmal an der Supermarktkasse hinter einem nervösen und tendenziell ungeduldigen Menschen gestanden hat, kennt das: Stimmungen übertragen sich, ob wir nun wollen oder nicht. Schuld daran sind die Spiegelneuronen des menschlichen Gehirns. Sie dienen eigentlich dazu, in der sozialen Interaktion für Harmonie zu sorgen und empathisches Verhalten zu fördern. Die wohl klassischste Wirkung der Spiegelneuronen zeigt sich, wenn das Gegenüber gähnt. Dann nämlich müssen die meisten Menschen plötzlich auch gähnen.


„Mama fängt dich auf!“ - Wertvolle Message in stressigen Zeiten. (Quelle: StockSnap (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)

In der Familie spielen Spiegelneuronen eine wichtige Rolle. Vor allem Kinder orientieren sich am Verhalten von Erwachsenen und lernen von ihnen. Wer nun ständig gestresst durchs Leben geht, nervös und frustriert wirkt, überträgt diese Stimmung auch auf seine Familienmitglieder. Kinder gestresster Eltern tendieren daher eher zu einer ebenfalls belasteten Grundhaltung. Eine der wichtigsten Maßnahmen gegen Kinderstress ist daher die Arbeit am eigenen Mindset. Entspannte Eltern sind dazu in der Lage, als Ruhepol zu fungieren und zeigen ihren Kindern, wie auch im schnelllebigen Alltag Ruhe bewahrt werden kann.

Das aber ist nicht immer leicht, denn Spiegelneuronen wirken auch umgekehrt. Ein gestresstes Kind, das sich belastet fühlt, sorgt auch bei seinen Eltern für Unwohlsein. Umso leichter passiert es, dass sich der Stress des Kindes auch auf seine Mutter überträgt, die dann nicht mehr angemessen auf Belastungssituationen reagieren kann. Daher ist es wichtig, zwischen Mitgefühl und Miterleben zu unterscheiden. Mütter, die an der Seite ihres gestressten Kindes ruhig bleiben und Empathie beweisen, helfen besser als solche, die sich in den Stress-Strudel hineinziehen lassen und gefrustet sind. Es lohnt sich, in Stresssituationen kurz innezuhalten und erst dann zu reagieren.

Der Einfluss der Eltern nämlich könnte größer kaum sein. Manche Menschen erinnern sich noch Jahre später an traumatisierende Aussagen ihrer Mütter und werden von ihnen fürs Leben geprägt. Dass das jedoch auch umgekehrt funktioniert, ist eine große Chance. Eine Mutter, die ihr Kind im Belastungsfall in den Arm nehmen und stabilen Rückhalt bieten kann, stärkt dessen Selbstwert.

Entspannung in ruhigem Umfeld ermöglichen

Wo sich der Menschen gerade befindet, nimmt großen Einfluss auf seine Gefühlswelt. In kargen Zimmern mit kühler Atmosphäre fällt es sehr schwer, sich geborgen zu fühlen. Und in einem unaufgeräumten Raum voller Durcheinander können auch Kinder kaum einen klaren Gedanken fassen. Aus diesem Grund sollte der Kampf gegen Kinderstress auch in der Wohnumgebung stattfinden. Die Lehre des Feng Shui, bei der es auf Harmonie und einen ungehinderten Fluss positiver Energie ankommt, kann hier helfen.

Stress Mütter Kinder

Ein Wohlfühl-Zimmer ist die beste Maßnahme gegen Stress.  

So lohnt es sich, das Kinderzimmer ganz neu zu gestalten, um Stress im Alltag zu senken. Im Einrichtungs-Ratgeber rund um Fengshui erklärt betten.at auch, dass Ordnung hier eine bedeutende Rolle spielt. Kinder schlafen in aufgeräumten Zimmern nicht nur besser. Auch das Lernen, Spielen und Entspannen fällt leichter, wenn die Umgebung Freiräume bietet. Wird das Kinderzimmer darüber hinaus so eingerichtet, dass kindliche Interessen Berücksichtigung finden und beruhigende Farben vorherrschen, ist die Anti-Stress-Oase umso effektiver.

Zusätzlich beeinflussen auch Düfte das menschliche Empfinden. In der Aromatherapie wird dieses Wissen schon seit Jahren umgesetzt, denn es gibt Düfte, die angenehm beruhigend und ausgleichend wirken können. Verschiedene Öle und ihre Wirkung hat gesundheitstrends.netdoktor.at zusammengestellt. Vor dem Einsatz ätherischer Öle sollten sich Mütter jedoch eingehend informieren. Insbesondere bei kleinen Kindern nämlich sind diese Öle nicht uneingeschränkt empfehlenswert. Ein erfahrener Arzt oder Aromatherapeut kann bei der Auswahl und Verwendung helfen.

Ausgleich und Entfaltung: Wichtig für den Abbau von Frust und Ärger

Sich im Kinderzimmer so richtig erholen zu können und in Mama den berühmten „Fels in der Brandung“ zu finden, ist für gestresste Kinder eine Wohltat. Gänzlich gegen große Belastung aber kommen auch diese beiden Faktoren nicht an. Der wohl stärkste Stressfaktor im Leben eines Kindes ist meist die Schule. Das Bundesministerium für Gesundheit unterstreicht das in Zahlen: So fühlten sich sieben Prozent der befragten Elfjährigen ziemlich stark belastet durch die Schule. Zwei Prozent sprachen von sehr starker Belastung. Mit steigendem Alter scheint der Druck anzuwachsen. Bei den befragten 15-Jährigen gab es schon zwanzig Prozent, die sich ziemlich stark belastet fühlten und sieben Prozent mit sehr starker Belastung. Da es hier kaum einen Ausweg zu geben scheint, müssen Mütter wissen, wie sie gegensteuern können.

Stress Mutter Kind

Rückzug bei Stress ist in Ordnung, sollte jedoch nicht zur Regel werden.  

Mit gutem Ausgleich in der Freizeit gelingt das. Kinder sollten sich regelmäßig bewegen, denn das baut Spannungen ab und wirkt sogar stimmungsaufhellend. Wer sein Kind bei der Suche nach einer Lieblings-Sportart unterstützt, mit ihm Wandern geht und häufiger auf Fahrrad statt PKW setzt, schlägt dem Schulstress ein Schnippchen. Und auch Entspannungstechniken helfen gegen Stressbelastung. Schon kleinere Kinder können Techniken wie

  • Meditation
  • Autogenes Training
  • Progressive Muskelentspannung
  • oder Qi Gong

lernen und im Alltag anwenden. Macht Mama hier mit, profitiert auch sie von der entspannenden Wirkung und das Familienleben gestaltet sich noch etwas ruhiger. Keinesfalls aber sollten Hobbys, Sport und andere Verpflichtungen für zusätzlichen Freizeitstress sorgen. Geht es in der Schule einmal hoch her, ist es vollkommen in Ordnung, eine Woche Hobby-Pause einzulegen.

Aktuell