Stress lass nach

Auf Ihrem Arbeitsplatz türmen sich Berge von Papier, Ihr Telefon läutet ständig und Ihr E-Mail-Programm erinnert Sie minütlich an neue Post. Hört sich nach Stress an? Ist es auch. Ein Großteil der Arbeitnehmer fühlt sich zumindest gelegentlich gestresst, Überstunden stehen auf der Tagesordnung. Lesen Sie hier, wie groß die Burn-Out-Gefahr am Arbeitsplatz ist.

Wie ausgebrannt sind Österreichs Arbeitnehmer? Diese Frage stellte sich der Marktforscher Marketagent.com und untersuchte den Zustand der heimischen Arbeitskräfte. Die Ergebnisse sollten Unternehmen zu denken geben, denn die Arbeitsbelastung, der Stress und die Gefahr eines Burn Outs steigen.

Mit Spaß an der Arbeit
Das Gute zuerst: Mehr als 80 Prozent der Österreicher haben Spaß an der Arbeit und fast ebenso viele räumen ihrem Job einen hohen Stellenwert im Leben ein.

Stress und Überstunden
Leider war es das auch schon wieder mit den guten Seiten des Arbeitsalltags, zumindest wenn es nach den Studienergebnissen geht.
Knapp 90 Prozent der heimischen Arbeitskräfte stehen zumindest gelegentlich unter Stress, zehn Prozent davon fast immer - Tendenz steigend. Mehr als 40 Prozent sagen, dass der Stress im Job zunimmt.
Und was löst diese Belastung aus? Größter Stressfaktor ist Termindruck, gefolgt von hoher Arbeitslast, firmeninternen Ungerechtigkeiten und fordernden Kunden. Kein Wunder, dass auch Überstunden in österreichischen Betrieben auf der Tagesordnung stehen. Satte 80 Prozent der Österreicher machen jedes Monat Überstunden, fast jeder Dritte kommt auf mehr als elf Stunden im Monat.
Wer am Arbeitsplatz viel um die Ohren hat, nimmt den Stress in seine Freizeit mit. Selbst wenn die Bürotür hinter ihnen zufällt, können drei Viertel der Österreicher nicht sofort abschalten. Knapp die Hälfte benötigt zumindest eine halbe bis eine Stunde, 15 Prozent schaffen es gar nicht, ihre Gedanken vom Job zu lösen.

Ausgebrannt
Wer sich im Job gestresst fühlt, greift zu einfachen Mitteln, um sich zumindest etwas zu entspannen: Kaffee trinken und mit Kollegen plaudern oder bewusst Pausen einlegen sind besonders beliebte Entspannungshilfen. Langfristig scheint das allerdings nicht bei allen zu wirken. Jeder Vierte fühlt sich Burn-Out-gefährdet.
Bei den Arbeitgebern ist das Risiko der chronischen Erschöpfung ihrer Arbeitnehmer scheinbar noch nicht ganz angekommen. Die Hälfte der von Marketagent befragten Personen sagt, dass der eigene Chef keine Maßnahmen gegen eine mögliche Burn-Out-Gefährdung seines Personals setzt.
Einige Unternehmen versuchen es dagegen mit besonderer Anerkennung ihrer Mitarbeiter, Weiterbildungsangeboten, betrieblicher Gesundheitsvorsorge und der Einhaltung der maximal festgesetzten Arbeitszeit. Arbeitnehmer selbst versuchen dem Ausgebranntsein mit Hobbies, Urlaub oder Verabredungen mit Freunden und Familie entgegen zu wirken.
Fällt allerdings ein Kollege wegen Burn Outs aus, müssen andere seine Arbeit meist zusätzlich übernehmen - ein Teufelskreis, der zu weiterer Belastung der Arbeitnehmer führt.

Befragt wurden mehr als 700 berufstätige Österreicher im Alter von 16 bis 65 Jahre.
Erste Anzeichen eines Burn Outs:
- Arbeit ohne Pausen, Aufgaben werden nicht abgegeben
- Job steht im Lebensmittelpunkt
- private Bedürfnisse werden hinten angestellt
- Überblick über die Aufgaben fehlt
- vieles muss gleichzeitig erledigt werden.
- Chronische Müdigkeit
- Energiemangel und
- Konzentrationsschwäche sind die Folge.

Einsamkeit, Gleichgültigkeit, Desinteresse, Unpünktlichkeit, Reizbarkeit, Überforderung können weitere Anzeichen einer fortgeschrittenen Erkrankung sein. Möglich sind auch körperliche Anzeichen wie Übelkeit, Verdauungsprobleme, Atembeschwerden, Kopfschmerzen oder Schlafstörungen.

Ursache
Einem Burn Out liegen zumeist psychosoziale Belastungen zugrunde. Schuld können Arbeits-
überlastung, fehlende soziale Unterstützung, zu hohe Anforderung an die Arbeit, keine oder mangelnde Einflussnahme, fehlende Aufstiegs-
möglichkeit, schlechte Bezahlung, kritische Lebenssituationen wie Scheidung, Krankheit oder Verschuldung sein. Betroffen sind übrigens nicht nur berufstätige Menschen.

Laut Schätzungen der EU verursacht Burn Out am Arbeitsplatz jährlich Kosten von rund 20 Milliarden Euro.
 

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