Streit um Plus Size Models

Sport Illustrated Swimsuit schickt in bei der Miami Swim Week Models aller Kleidergrößen auf den Laufsteg. In Australien wird daraufhin über Sein und Nicht-Sein übergewichtiger Models diskutiert.

Es sind wunderschöne Bilder von der Miami Swim Week! Sports Illustratedhat alle übertroffen und einfach Frauen aller Körperformen und Kleidergrößen auf den Laufsteg geschickt.

SWIMMIAMI Sports Illustrated Swimsuit zeigt Models in allen Größen
SWIMMIAMI Sports Illustrated Swimsuit zeigt Models in allen Größen

„[Die Leute im Publikum] sind durchgedreht, als die kurvigen Mädchen rausgekommen sind,“ erzählt die verantwortliche Redakteurin MJ Day der New York Post. „Ich glaube, sie waren geschockt, weil man sowas üblicherweise nicht bei einer Fashion Week sieht... besonders bei Bademoden! Manche Leute waren zu Tränen gerührt, weil sie sich selbst auf dem Laufsteg repräsentiert sahen, was sie nie für möglich gehalten hätten.“

SWIMMIAMI Sports Illustrated Swimsuit zeigt Models in allen Größen

Kolumnistin kritisiert übergewichtige Models


Das findet offenbar nicht jeder schön. Die australische Kolumnistin Soraiya Fuda schreibt im The Daily Telegraph: "Wenn die Modeindustrie glücklicherweise beschließt, keine Models mehr einzusetzen, die sich anscheinend auf Haut und Knochen heruntergehungert haben, dann sollten sie deswegen aber nicht eine gleichermaßen ungesunde Körperform feiern.

Zum Glück leitet sie ihre Kolumne mit den Worten „Bevor ihr mich des Fatshamings bezichtigt, möchte ich klarstellen, dass ich nicht denke, dass Models maximal Größe 38 tragen dürfen,“ ein. Wir hätten sonst echt nicht ahnen können, dass es hier nicht um Fatshaming geht. Ab Größe 46 hört der Bademodenspaß für Fuda nämlich definitiv auf.

Sind kurvige Models gefährlich?


Unterstützung bekommt sie von Dr. Brad Fankrum, dem Präsident der Australian Medical Association. Auch er kritisiert Sports Illustrated im Gespräch mit der BBC: „Wenn wir stark übergewichtige oder fettleibige Menschen auf dem Laufsteg modeln lassen, ist das in etwa so als würden wir Fettleibigkeit feiern. Ich glaube, das ist gefährlich, denn wie wir wissen, dass es ein gefährlicher Gesundheitszustand ist.“


Gegenwind kommt von Professor John Dixon. Er forscht seit Jahren im Bereich Übergewicht am Baker IDI Heart and Diabetes Institute und betont, dass Models unbedingt die gesamte Gesellschaft repräsentieren sollen. „In unserer Gesellschaft ist es normal, übergewichtig zu sein. 28% der Australier sind übergewichtig, es ist ziemlich beleidigend zu sagen, übergewichtige Menschen hätten nichts auf dem Catwalk verloren.“

Der Professor hat das mit der Body Positivity kapiert: „Wir wissen doch, dass das mit Übergewicht verbundene Stigma so extrem ist, dass wir alle Menschen respektieren sollten, die es trotzdem schaffen, sich gut zu fühlen, gut auszusehen und sich gut zu kleiden.“

Dr. Frankum bleibt lieber beim Bodyshaming: „Ich bin nicht sicher, dass wir fettleibige Models in Badeanzügen und Unterwäsche brauchen, um die Message zu promoten, dass Menschen sich wohlfühlen. Ich glaube nicht, dass das so funktioniert.“ Er rudert aber immerhin ein bisschen zurück: „Ja, wir sollten Menschen aller Formen und Größen annehmen aber gleichzeitig versuchen, aktiver und fitter zu sein und uns besser zu ernähren.“

Wir feiern Sports Illustrated jedenfalls für ihr Bekenntnis zu Diversität und Inklusion und können uns ihrem Statement nur anschließen: Schönheit bedeutet nicht Einheitsgröße!

 

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