Strategien für mehr Spaß im Job

Arbeit und Spaß - das sehen heute viele als Widerspruch. Druck, Stress und hohe Leistungsansprüche verwandeln Arbeitslust oft in -frust. Die WIENERIN präsentiert Strategien, mit denen Sie wieder aus dem Motivationsloch finden.

Die moderne Arbeitswelt ist kein Ponyhof. In den meisten Unternehmen herrscht heute ein enormer Leistungsdruck. Der Wettbewerb ist auf Verdrängung ausgerichtet. Verkäufer sehen sich mit immer höheren Umsatzvorgaben konfrontiert, in Büros herrschen knallharte Sparmaßnahmen. Oft werden Mitarbeiter gekündigt und Stellen einfach nicht mehr nachbesetzt. Die Arbeit wird dann unter den verbliebenen Kollegen aufgeteilt.
Dadurch nehmen Druck und Stress ständig zu. Das schlägt natürlich auf die Stimmung der Angestellten. Angst und Unsicherheit führen zu Konflikten und Widerständen, bis hin zum Burnout oder zur inneren Kündigung. Und die, die noch wacker weiterkämpfen, fragen sich, wie sie es schaffen sollen, mit immer weniger Ressourcen sich selbst und andere zu motivieren.


Für Coach Bettina Sucher-Freinberger gelingt der Ausweg aus der Demotivationsspirale nur, wenn man bei sich selber ansetzt und sich buchstäblich am eigenen Schopf aus dem Sumpf zieht. In ihren Seminaren (iak. at) setzt sie bei Einstellung und Bewusstsein der Teilnehmer an.
Dabei geht es keinesfalls um ein naives Schönreden im Sinne von Think Pink, sondern um ein Bewusstmachen und Verändern der eigenen Denk- und Verhaltensmuster.
Immerhin denken die meisten von uns ständig im Kreis und umzirkeln dabei die immer gleichen Probleme, ohne wirklich zu konstruktiven Lösungen zu kommen. Von den 60.000 Gedanken, die uns täglich beschäftigen, wiederholen sich die meisten, ein Großteil davon ist negativ. Das macht auf Dauer nicht nur unglücklich, sondern auch krank.

Die Gegenstrategie lautet: raus aus der Opferrolle. Wer aufhört sich als Spielball widriger Umstände zu sehen und wieder Selbstverantwortung für seine Gedanken und Gefühle übernimmt, hat auch wieder Kraft und Energie, um Situationen zu verändern, die ihm nicht behagen.
Denn eines ist sicher: Durch innere Gelöstheit und veränderte Vorstellungen entwickeln sich auch neue Lebens - und Arbeitssituationen. Der Weg dahin lohnt sich.

Beruf als Berufung

Bettina Sucher-Freinberger, Trainerin beim Institut für Angewandte Kreativität (iak.at), im Expertentalk.

Wie hat sich die Arbeitswelt in denletzten Jahren verändert?
Leistung, Leistung, Leistung. Weniger Leute müssen immer mehr bewältigen. Das Gute daran: Je weniger Zeit da ist, desto stärker werden wir gezwungen, im Moment zu leben. Und das ist eigentlich positiv.

Reizüberflutung, Multitasking –
wie wird man mit diesen täglichen
Stressfaktoren besser fertig?
Treffen Sie klare Entscheidungen. Machen Sie Termine telefonisch aus, statt dutzende Male hin und her zu
mailen. Setzen Sie Prioritäten. Was ist wirklich wichtig, und was wird nur wichtig gemacht? Schieben Sie Dinge
nicht vor sich her, dann geistern Ihnen diese auch nicht mehr ständig im Kopf herum.

Wie gehe ich mit lästigen Tätigkeiten
wie z. B. der leidigen Spesenabrechnung
um?
Machen Sie daraus ein Fest. Servieren Sie sich selbst eine Tasse Tee oder ein Glas Sekt, drehen Sie Ihre Lieblingsmusik auf. Gehen Sie mit voller Power an die Arbeit.

Woran erkenne ich, ob ich noch im
richtigen Job bin?
Wenn Sie sich trotz aller Widrigkeiten noch auf Ihre Tätigkeit freuen. Im Idealfall ist Ihr Beruf Berufung. Wenn Sie Ihre Tätigkeit erfüllt und Sie sich keine andere vorstellen können, dann sind Sie an dieser Stelle richtig. Denn je leidenschaftlicher Sie Ihre Berufung leben, desto stärker sind Sie gegenüber äußeren Schwierigkeiten immun.

 

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