Stop-over Bangkok

Bangkok hat mehr zu bieten als nur Zielflughafen für den nächsten Strandurlaub zu sein. Also ruhig mal länger dableiben. Sie könnten nämlich zum Buddha werden, Ihre Fruchtbarkeit verbessern oder einfach nur die Kreditkarte überziehen. Und das sind längst nicht die einzigen Erkenntnisse.


Kennen Sie den Song One Night In Bangkok? Den aus den Achtzigern? Na, egal. Angelika kannte den Song auch nicht, obwohl ich öfter versucht habe, ihn ihr vorzusummen. „Hm, hm, one night in Bangkok and the world’s your oyster …“ Ich musste dauernd an das Lied denken. Vielleicht weil E. mir geraten hatte, nicht länger als eine Nacht zu bleiben. Wir sollten Bangkok ganz schnell wieder verlassen. Zu viel Smog, Dreck und Verkehr. Ein Tag würde reichen. Schnell den liegenden Buddha anschauen, den Königs­palast und dann – husch, husch! – weiter. Überhaupt sei man in der Stadt doch nur auf dem Sprung zum eigentlichen ­Urlaub. Wir sahen das etwas anders. Angelika und ich waren fast eine Woche da. Da hatten wir gerade einmal angefangen, die Stadt richtig zu verstehen.

Soll man sich Bangkok für den Schluss aufheben?
Ja. Das stand sogar schwarz auf weiß in unserem Reiseführer. Mit Jetlag und bei dem extremen Temperaturwechsel könne man einem ausgedehnten Kulturprogramm anfangs wenig abgewinnen. Stimmt. Mal abgesehen davon, dass jeder, der den 45 Meter langen liegenden Buddha im Tempel Wat Pho oder den Jade-Buddha im Wat Phra Keo gesehen hat, von den restlichen heiligen Stätten des Landes nicht mehr so beeindruckt ist. Auch W. hatte uns geraten: „Hebt euch das Shopping in Bangkok für den Schluss auf. Sonst müsst ihr den Krempel vier Wochen rumschleppen.“

Wie viele Kleider kann Frau eigentlich brauchen?
Viele. Ein günstiges Sommerkleidchen hängt neben dem anderen, und weil’s ja so billig ist, nimmt man das mit den Streifen, den Punkten – und das mit den Spaghettiträgern auch noch. Und vergisst bei 30 Grad Hitze, dass zu Hause noch Winter ist und Strumpfhosen auf der Tages­ordnung stehen. Abgesehen davon ist die Stadt das Paradies des Krempels. Hier gibt es alles, was Sie garantiert nicht brauchen können. Angelika nennt jetzt eine rosa Plastiktasche mit Comicmotiven ihr Eigen. Und zwölf Schlüsselanhänger. Ich selbst habe unter anderem einen Zauberstab, der rot und blau blinkt, erstanden.
Fündig wurden wir vor allem in China Town. Am besten, Sie gehen die nur vier Meter breite Sampeng Lane entlang. Hier drängt und schiebt sich alles entlang der Verkaufs- und Essensstände, verwunderlicherweise sogar Motorräder. Gleich daneben liegt der indische Pahurat-Markt, wo es neben Saris und Stoffen auch indische Currys gibt. Ähnlich gut zuschlagen kann man am Suam Lum Night­bazaar. Nach einer anstrengenden Shoppingtour haben wir uns hier gleich mal eine halbe Stunde für sechs Euro die Beine massieren lassen und sind glatt eingeschlafen – die Einkaufssackerln noch fest umklammert.
Auf dem Chatuchak-Wochenend-Markt haben wir allerdings kläglich versagt. Bei 15.000 (!) Verkaufsständen war die Reizüberflutung zu groß. Dafür kommt man aus dem Staunen nicht heraus. Hier gibt es von Zimmerbrunnen bis zu aus­gewachsenen Königspudeln alles, was man sich vorstellen kann. Und falls Sie die Kreditkarte doch noch mal so richtig rauchen lassen wollen, empfiehlt sich das Siam Paragon-Einkaufszentrum. Da stehen neben Designermode auch Lamborghinis in den Schaufenstern.

 

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