Stimmt es, dass Masken nach drei Tagen Pause steril sind?

Über den richtigen Umgang mit den Corona-Masken gibt es ja einige Fehlmeinungen und Mythen. Kann es wirklich sein, dass es reicht, die Mund-Nasen-Schutzmaske drei Tage liegen zu lassen, damit sie wieder steril wird?

Gewaschene Stoffmasken hängen an Wäscheleine

Ich schaue meinen Freund A. entgeistert an. "Du meinst WAS?" Er ist unbeeindruckt von meinem Entsetzen und fängt wieder an zu erklären. "Du musst die Maske wirklich nicht dauernd waschen", fängt er wieder von vorne an. "Wenn du sie drei Tage nicht benutzt, sterben alle Viren und Bakterien eh von selber." Die Idee klingt erst mal abstrus. Andererseits frage ich mich trotzdem:

Stimmt es, dass Masken nach drei Tagen Pause wieder steril sind?

Ok, es klingt erst mal ganz verlockend. Statt dauernd neue Einwegmasken zu kaufen oder die Stoffdinger ständig zu waschen, lässt man sie einfach ein paar Tage liegen und schon kann man sie wieder benutzen. Als erstes müsste man hierfür die Frage klären, wie lange Viren auf einer Mund-Nasen-Maske überhaupt überleben können. Die AGESschreibt dazu: "Coronaviren reagieren sehr empfindlich auf Umwelteinflüsse. Unter Laborbedingungen können sie Stunden bis mehrere Tage auf glatten Oberflächen überleben."

Möglich, aber eklig

So gesehen ist es theoretisch möglich, dass Corona-Viren auf Stoffmasken nach ein paar Tagen absterben, auch wenn sie nicht in die Waschmaschine wandern. Allerdings ist das Covid19-Virus ja nicht unbedingt der einzige Grund, eine Mund-Nasen-Maske zu reinigen. Ist man damit in der U-Bahn und in Geschäften unterwegs, sammelt sich einfach jede Art von Schmutz auf dem Stoff. Und da man sie sich dann immer wieder aufs Gesicht setzt, ist es wohl keine gute Idee, aufs klassische Waschen zu verzichten.

Backofen und Mikrowelle

Ein zweiter Mythos, der im Internet kursiert, ist die Idee, dass Corona-Masken im Backofen oder in der Mikrowelle sterilisiert werden können. Die Grundannahme basiert darauf, dass das Virus keine große Hitze verträgt. Theoretisch ist das möglich, wie von Expert*innen, etwa beim BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte in Deutschland) bestätigt, aber nicht empfohlen wird. Grund dafür ist, dass bei dieser Methode einzelne Komponenten der Maske beschädigt werden könnten und die Schutzwirkung dabei verloren gehen würde. Beim Sterilisieren in der Mikrowelle sollte man außerdem beachten, dass das nur mit Masken ohne Drahtstreifen zu empfehlen ist, da Metallteile in der Mikrowelle Funkenschlag auslösen können.

Waschen, bügeln, kochen

Trotz aller Methoden und Ideen, die da so kursieren, bleibt weiterhin das klassische Waschen bei großer Hitze die zuverlässigste Art, eine Mund-Nasen-Maske zu reinigen. Dabei gilt, dass die Maske in der Waschmaschine bei mindestens 60 Grad, noch besser 90 Grad gewaschen werden sollte. Eine mögliche Alternative ist es, die Maske heiß zu bügeln, wie etwa der deutsche Virologe Christian Drostengetwittert hat. Auch das Aufkochen in einem Topf mit Wasser ist möglich.

 

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