Stimmt es, dass das Coronavirus auf Kleidung überlebt?

Die Geschäfte haben wieder geöffnet. Wir dürfen nach Herzenslust shoppen. Aber wie sicher ist das überhaupt? Teil 2 unserer Reihe "Stimmt es, dass ...".

Frau beim Kleider Shopping

Die vielen Wochen zu Hause haben unsere Shoppinglust und unser Verlangen nach neuer Mode ins Unermessliche steigen lassen. Endlich dürfen wir wieder raus. Also warum nicht gleich auf die Mahü, ins nächste Einkaufszentrum oder in die kleine Boutique nebenan gehen und nach Herzenslust neue Sachen anprobieren? In den meisten Geschäften darf man Kleidung wie schon vor der Krise angreifen und normal in die Kabine mitnehmen. Einzelne Läden haben aber Zettel ausgehängt, die den Kund*innen das Anprobieren der Ware untersagen. Stellt sich also die Frage:

Stimmt es, dass das Coronavirus auf Kleidung überlebt?

Das Coronavirus wird über Tröpfchen, die wir bei Sprechen, Husten oder Niesen abgeben, verbreitet und ist grundsätzlich von Mensch zu Mensch ansteckend. So viel ist allgemein bekannt. Wie lange das Virus aus diesen Tröpfchen außerhalb des Körpers auf Gegenständen überleben kann, lässt sich aber nicht kategorisch beantworten. Entscheidend dafür scheinen die Art der Oberfläche, aber auch die Bedingungen in der Umgebung zu sein.

Viele Faktoren

Grundsätzlich gibt die WHO die Lebensdauer von Coronaviren außerhalb des Körper mit mehreren Stunden bis mehreren Tagen an. Wie lange die Viren genau überleben, hängt aber vom Einzelfall ab. Verschiedene Forschungseinrichtungen wie Harvard Health oder das Bundesinstitut für Risikobewertung in Deutschland sagen, dass Coronaviren am längsten auf harten und glatten Oberflächen überleben. Zu Textilien gibt es bisher noch kaum aussagekräftige Tests – vor allem, weil die Oberflächen unterschiedlicher Textilien auch ganz unterschiedliche Eigenschaften haben.

Es ist also noch immer vieles nicht ganz klar zu beantworten. Die gute Nachricht ist aber: Die Viren lassen sich mit einfachen Maßnahmen wie dem Benutzen von Seite oder Waschmittel gut bekämpfen.

Waschen hilft

Das Bundesinstitut für Risikobewertung in Deutschland sagt dazu: „Als behüllte Viren, deren Erbgut von einer Fettschicht (Lipidschicht) umhüllt ist, reagieren Coronaviren generell empfindlich auf fettlösende Substanzen wie Tenside, die als Fettlöser in Waschmitteln enthalten sind. Im normalen Alltag können Personen in Privathaushalten ihre Wäsche wie gewohnt waschen. Kleidung, Bettwäsche, Unterwäsche, Handtücher, Waschlappen usw. von Erkrankten sowie Textilien, die mit infektiösen Körperflüssigkeiten in Kontakt gekommen sind, sollten bei einer Temperatur von mindestens 60°C in der Waschmaschine mit einem Vollwaschmittel gewaschen und gründlich getrocknet werden. Beim Umgang mit Wäsche von Erkrankten sollte der direkte Kontakt von Haut und Kleidung mit kontaminierten Materialien vermieden werden, die Wäsche nicht geschüttelt und im Anschluss die Hände gründlich gewaschen werden.“

Fazit

Das Virus überlebt also unter günstigen Umständen auch relativ lange außerhalb des Körpers. Wie hoch das Ansteckungsrisiko dann tatsächlich ist, ist in der wissenschaftlichen Community noch umstritten. Generell gilt, dass der persönliche Kontakt zwischen Menschen der Ansteckungsweg Nummer eins ist. Das gilt auch für den Shoppingtrip am Samstagnachmittag. Die wichtigsten Maßnahmen in Sachen Coronasicherheit sind also immer noch: Abstand halten, sich häufig die Hände waschen und sich nicht ins Gesicht greifen.

Und wenn ihr nach dem Shopping im Geschäft oder bei bestellter Kleidung wirklich auf Nummer Sicher gehen wollt, könnt ihr die Sachen einfach in die Waschmaschine werfen und bei 60 Grad waschen.

 

Aktuell