Stillen und schlemmen

Mit der Geburt eines Kindes tauchen plötzlich unzählige Fragen auf. So auch zum Thema Stillen. Was darf man essen, wovon sollte man lieber die Finger lassen, wie oft braucht das Baby Milch? Eine Hebamme klärt auf.

Frauke Tiedemann ist seit 30 Jahren als freiberufliche Hebamme tätig und begleitet zahlreiche Mütter vor und nach der Geburt. Durch ihre jahrelange Erfahrung weiß sie, welche Fragen Mütter rund um das Thema Stillen haben und wo Probleme auftauchen.

In dem Buch „Stillen & Schlemmen" (siehe Infobox links) hat die Hebamme nun wissenswerte Fakten rund um Muttermilch und Ernährung in der Stillzeit zusammengefasst. Sie erklärt die wichtigsten Inhaltsstoffe und Aufgaben der Muttermilch, zeigt wie viel und wie lange ein Kind im Schnitt gestillt wird und welche Zutaten während des Stillens vom Speiseplan gestrichen werden sollten.

Laut der Autorin bringt das Stillen zahlreiche Vorteile für das Kind mit sich:

- es stärkt das Immunsystem der Säuglinge
- verringert die Wahrscheinlichkeit, später an Allergien zu erkranken
- vermindert im Vergleich zur Flaschenernährung das Risiko für spätere Zahnfehlstellungen
- kräftigt die Mundmuskulatur des Säuglings
- fördert die Entwicklung der verschiedenen Sinne
- beugt Überernährung des Kindes vor.

Auch für die Mutter hat das Stillen des Babys Vorteile:

- es hilft bei der Gewichtsreduktion nach der Geburt
- fördert die Rückbildungsvorgänge nach der Schwangerschaft
- mindert das Brustkrebsrisiko (je länger die Stillphase, desto geringer das Risiko)
- vermindert das Risiko, später an Osteoporose zu erkranken
- stärkt die Mutter-Kind-Bindung

Auf welche Lebensmittel Sie in der Stillzeit verzichten sollten und welche Sie genießen können, erfahren Sie auf Seite 2.

Stillen & Schlemmen
von Frauke Tiedemann
Goldegg Verlag, € 19,80

Wie lange wird gestillt?
Die Stilldauer der einzelnen Mahlzeiten ist abhängig von der Schnelligkeit der Milchgabe und der Saugeffektivität des Kindes. So kann die Mahlzeit zwischen fünf und 60 Minuten dauern.
Die WHO empfiehlt, Säuglinge in den ersten sechs Monaten ausschließlich zu stillen.
Doch nicht immer verläuft die Gabe der Muttermilch ohne Probleme. Fehlende Milch, Brustentzündungen oder Milchstau können das Stillen erschweren.

Doch trotz Muttermilch haben viele Babys nach der Mahlzeit Blähungen oder fühlen sich unwohl. Viele Mütter sind dagegen verunsichert, was sie während der Stillzeit essen können und wie sie ihren Speiseplan variieren können.

Folgende Lebensmittel können bei Neugeborenen zu Blähungen und Wundsein führen und sollten deshalb vor allem in den ersten 12 bis 14 Wochen nach der Geburt gemieden werden, rät Frauke Tiedemann:

- Hülsenfrüchte, Bohnen, Erbsen, Zwiebeln, Lauchzwiebeln, Porree, Paprika, Knoblauch, Pilze, alle Kohlarten
- scharfe Gewürze wie Paprika oder Curry
- frisch gepresste Obstsäfte
- Getränke mit Kohlensäure
- frisches Steinobst und Zitrusfrüchte
- Essig, Lakritz, Bratwurst, selten auch Schokolade

Ohne Bedenken können frisch gebackene Mütter dagegen folgenden Zutaten in Ihren Speiseplan aufnehmen:

- Milchprodukte
-Fisch, Fleisch, Eier
- Spinat, Fenchel, Zucchini, Karotten, Auberginen
Äpfel, Birnen, Bananen
- eingekochtes Obst
- ab der 4. Woche: Brokkoli, Karfiol, Kohlrabi und Chinakohl

Wie einfach der Speiseplan trotzdem gestaltet werden kann, zeigt die Hebamme anhand zahlreicher Rezepte in ihrem Buch. Wir stellen Ihnen vier Rezepte daraus vor:

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