Stillen nicht erwünscht

In einem St. Pöltener Einkaufszentrum wurde eine junge Mutter am Stillen ihrer Tochter gehindert. Begründung: Andere Kunden würden sich belästigt fühlen.

Die zweifache Mutter Bianca B. erzählt gegenüber der Tageszeitung "Heute" von dem Vorfall: Die 27-Jährige war im Einkaufszentrum Traisenpark unterwegs und gerade auf der Suche nach Babykleidung, als ihre sechs Monate alle Tochter Chiara hungrig wurde. Die 27-Jährige nahm auf einem Hocker im Geschäft Platz, um ihre Tochter zu stillen. Wenig später wurden Mutter und Tochter von einer Center-Mitarbeiterin unterbrochen: "Die Frau sah aus wie ein Security und meinte, die Menschen fühlten sich von mir belästigt. Ich solle sofort aufhören."

Anita Bräunlich, Center-Managerin des Traisenparks, reagierte auf Nachfrage von "Heute" überrascht: "Unsere Mitarbeiter haben keine Anweisung, das Stillen zu verbieten." Viele Mütter würden sich aber in den Wickelraum zurückziehen.

Bis dato fielen vor allem die USA mit ihrer prüden Einstellung zum öffentlichen Stillen auf: Die Social Media Plattformen Facebook und Instagram verfolgen eine strikte "No Breastfeeding"-Linie und löschen Fotos oder Nutzerprofile von Müttern, einen Vorfall wie jenen in St. Pölten erlebte vor kurzem Ingrid Wiese-Hesson in Beverly Hills. Sie war mit ihrem sechs Wochen alten Sohn in einem Shop des Mode-Retailers Anthropologie und wollte wie Bianca B. ihr Kind stillen, als der Store Manager einschritt und sie aufforderte, das Stillen auf der Toilette fortzusetzen. "Die einzige Sitzmöglichkeit war dort natürlich der Toilettensitz."
Anthropolgie ruderte auf Grund des Shitstorms, den Wiese-Hesson nach dem Erlebnis via Facebook entzündete, zurück: "Wir sind sehr enttäuscht, von dem Vorfall in unserem Store in Beverly Hills zu hören. ... Wir unterstützen Frauen in all ihren Lebensphasen und nehmen das als Möglichkeit, unsere Mitarbeiter noch weiter und intensiver zu schulen."

 

Aktuell