Stilfrage: Warum ignorieren Bademodenhersteller Frauen mit größeren Brüsten?

Unsere Kollegin hat Bademoden gekauft. Oder es zumindest versucht. Denn lasst euch gesagt sein, mit Körbchengröße E ist das gar nicht so einfach. Ein Kommentar.

Stilfrage: Warum ignorieren Bademodenhersteller Frauen mit größeren Brüsten?

Eine neue Jahreszeit startet und somit auch ein neues Mode-Problem. Wir sollten diese Serie vielleicht: "Liebe Modeindustrie, wir müssen reden" nennen. Denn ich habe ein Hühnchen zu rupfen. Schon wieder. Es geht um Bademoden. Und diejenigen von euch, die keinen Modellkörper haben, werden nun schon entnervt aufstöhnen, weil sie wissen, dass es nur eine Sache gibt, die schlimmer ist als Jeans kaufen. Und das ist Bademoden.

Es gibt dabei so viel zu bedenken: Sie sollen genug abdecken, dass man sich nicht unwohl fühlt, nicht zu viel, damit man braun wird, vorteilhaft sein, alles am richtigen Platz halten, man soll darin optimalerweise schwimmen und Volleyball spielen können und honestly, allein diese Aufzählung ist ermüdend, weil niemals alles gleichzeitig erfüllt werden kann.

Erst recht nicht, wenn man so wie ich auf der Suche nach Bademoden in Körbchengröße E ist. Eine Größe also über dem, was normalerweise in Geschäften geführt wird. Das ist schonmal ein furchtbarer pain in the ass. Aber weil es nun mal sein muss, wenn man einen netten Sommer mit seinem Beach Body (jeder Body ist ein Beachbody) haben möchte, braucht man entsprechende Kleidung.

Ein neuer Versuch

Ich hab aus den Fehlern meiner Jeans-Suche gelernt und gar nicht versucht einen Bikini in einem Geschäft zu suchen, sondern habe gleich mal das Internet zu Hilfe genommen. Hier also eine (kurz gehaltene) Liste der Dinge, die mir aufgefallen sind:

  1. Warum (WARUM?) ist es für so viele Modemarken unmöglich Frauen auf Bildern abzubilden, die keine wunderschönen Modellkörper und noch schlimmer A-Körbchen haben? Wie soll ich wissen, ob das angegeben E-Körbchen so geplant ist, dass es wirklich meine Brüste bedeckt oder es sich um fancy Nippelpads handelt? Ihr habt keine Ahnung wie sehr es mich freuen würde, Frauen mit meiner Oberweite auf einem Foto zu sehen.
  2. Schnüre. Mehr sag ich dazu nicht. Bikinis in der aktuellen Saison (und auch schon in der letzten) haben soooo viele Schnüre. Schnüre, die man sich um den Bauch wickeln kann, um die Brust, um den Hintern und so weiter. Damit man dann nach dem Bräunen ein Zebra ist? Warum?
  3. Nächster Punkt: Strings. Ja, mein Hintern ist großartig. Ich weiß das. Mein Freund weiß das. Menschen, die mit mir in der Sauna waren und auch eigentlich alle Leute, die mit mir schwimmen waren, wissen das. Weil Bikinihosen ohnehin nie viel bedecken. Aber warum ist es aktuell Trend, dass Badehosen Strings sind? Vielleicht bin ich seltsam, aber ich möchte gerne einen Hauch Sicherheit am Strand. Und nicht, dass Leute bis in mein Innerstes schauen können, wenn ich auf der Liege liege und meine Beine nicht gekreuzt halte, weil sind wir ehrlich String bedeutet nicht gerade viel Abdeckung der Vulva. Und darauf hab ich keine Lust.
  4. Warum haben Bademoden in Übergrößen (und die Trolle mir jetzt erklären ich fette Kuh solle e nicht an den Strand gehen bitte in eine Ecke und schämen sich) immer so seltsame Muster, die sogar meine Oma verschmähen würde? Warum bedeutet Übergröße automatisch altmodisch? Ich versteh es nicht.
  5. Mix – and Match. Vorweg. Ich liebe das Konzept von Mix- and Match. Weil ich trage beispielsweise oben größere Größen als unten. Somit perfekt. Wie für mich gemacht. Nur dann nicht, wenn ich mich in ein Oberteil verliebe und alle passenden Unterteile ausverkauft sind. Ein Punkt für große Frustration.
  6. Wenn man Körbchengröße E trägt, findet man sich irgendwann damit ab, dass alles ein bisschen teurer ist als regulär (damit ist gemeint: Die Kosten eines Kleinwagens). Man kann nicht einfach schnell bei H&M zwei BHs mitnehmen und dann für immer tragen. Oh nein. Bei Bademoden ist es zum Teil sogar noch schlimmer. Denn da erhöht sich der Preis manchmal pro Größe, die man anklickt, um einige Euros. Und so kann man schonmal 100 Euro oder mehr für einen Badeanzug ausgehen, der passt und einige der vorhin genannten Voraussetzungen erfüllt!
  7. Spulen wir vor. Ich habe schließlich 9 Bikinis und Badeanzüge bestellt. Aus einer Kollektion für größere Brüste. Weil das anscheinend das ist, was ich habe. In freudiger Erwartung hab ich am Fenster gewartet, bis der Postler mein Paket bringt. Wie man es halt so macht. Und lasst euch gesagt sein: Ich hab am Ende fast geweint vor Enttäuschung und Frustration. Die eine Hälfte hat es nicht geschafft meine Brüste zu bedecken oder überhaupt möglich zu machen, dass ich meine Busen da reinquetschen kann. Die andere Hälfte hat sie zwar bedeckt, aber nicht bedacht, dass ich mich darin vielleicht bewegen möchte. Jedes Mal, wenn ich die Arme gehoben hab, sind die beiden Schätzchen einfach rausgeploppt. Oups. Wird alles zurückgeschickt. Danke für nichts.
 

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