Sterblichkeit bei Brustkrebs massiv gesunken

Verbesserte Früherkennung und neue Therapiekonzepte haben in den letzten 30 Jahren zu Erfolg geführt.

Die Sterblichkeit in Folge einer Brustkrebserkrankung ist in den vergangenen 30 Jahren um ein Drittel zurückgegangen, wie die Medizinische Universität in einer Aussendung übermittelt. Das ist ein Erfolg, der auf die verbesserte Früherkennung und auf die Weiter- und Neuentwicklung von Therapiekonzepten zurückzuführen ist. Ein wichtiges Anliegen der BrustkrebsexpertInnen ist es heute, auch die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Genau darauf wird am Comprehensive Cancer Center (CCC) der MedUni Wien und des AKH Wien Augenmerk gelegt – genauso wie auf das Thema „Übertherapie“.

Interdisziplinäre Therapiekonzepte führen zu besseren Erfolgen

In Österreich erkranken ca. 5.200 Menschen pro Jahr neu an Brustkrebs. Die Entwicklungen auf dem Gebiet der Brustkrebstherapie führen dazu, dass immer mehr Betroffene ihre Erkrankung überleben. Interdisziplinäre Therapiekonzepte und molekularbiologische Ansätze haben daran einen großen Anteil.

Michael Gnant, Leiter der Universitätsklinik für Chirurgie der MedUni Wien und des AKH Wien, Präsident der Austrian Breast and Colorectal Cancer Study Group (ABCSG) und stellvertretender Leiter des CCC dazu:
„Eine erfolgreiche Behandlung ist heute nur mehr interdisziplinär denkbar. Am CCC der MedUni Wien und des AKH Wien kann diese verwirklicht werden, weil wir alle Disziplinen im Haus vereint haben. Das führt von der onkologischen Grundlagenforschung über die beteiligten Fachrichtungen bis zur klinischen Forschung und ermöglicht uns, am Puls des medizinischen Fortschritts zu bleiben.“

Lebensqualität ist wesentliches Ziel

Was sich trotz fachübergreifenden Therapiezugangs nicht geändert hat ist, dass die Chirurgie in der Brustkrebsbehandlung nach wie vor eine zentrale Rolle spielt: In 96 Prozent der Fälle ist eine Operation Teil des interdisziplinären Gesamttherapieplans. Darüber hinaus ist aber die Lebensqualität unserer PatientInnen ebenso von großer Bedeutung. Daher setzen sich die BrustkrebsspezialistInnen des CCC auch mit der Frage der Übertherapie wissenschaftlich auseinander. Der Begriff „Übertherapie“ bezeichnet eine Behandlung, von der die individuelle PatientIn nicht profitiert, die aber wegen der Nebenwirkungen ihre Lebensqualität beeinträchtigt.

Bei kleinen Tumoren oft viel Behandlung mit hohen Nebenwirkungen

Bei 30 Prozent aller BrustkrebspatientInnen wird ein sogenanntes „Duktales Karzinom in situ“ (DCIS) diagnostiziert. Dabei handelt es sich um einen Tumor, der noch auf die Milchgänge beschränkt ist und sich operativ gut entfernen lässt. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Tumor wiederkehrt, liegt bei 10 bis 30 Prozent. Dennoch erhalten alle Betroffenen nach der Operation weitere Therapien (Strahlentherapie und/oder Antihormontherapie), die möglicherweise nicht für alle einen Vorteil bringen.

Florian Fitzal, mit Michael Gnant und Farid Moinfar einer der Kongresspräsidenten: „Übertherapie bringt für die Betroffenen oft massive Nebenwirkungen ohne therapeutischen Nutzen. Wir hinterfragen am Kongress daher gemeinsam mit internationalen ExpertInnen, wie die optimale Therapie von DCIS gestaltet sein muss. Ziel ist langfristig, DCIS-Fälle genauer in biologische Subtypen zu unterteilen, um diejenigen besser herausfiltern zu können, die nach der Operation keine weitere Therapie mehr benötigen.“

 

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