The Stepford Husband

Foodblogger sind die neuen Trendsetter in der Bloggerszene, daher haben wir drei österreichische Web-Gourmets zu Hause besucht und sie gebeten, für uns den Kochlöffel zu schwingen! Unter ihnen: Kevin, der auf thestepfordhusband.blogspot.co.at bloggt.

Dein Kocherlebnis an das du gerne zurück denkst?
Da gibt's kein Konkretes, aber ich habe als Kind alle gezwungen in meiner Kinder-Mini-Küche Gast zu sein und fiktive Gerichte zu probieren. Die größte Freude war immer das Kochen und Essen - auch beim Essen.

Dein größtes Kochvorbild?
Ist bei mir eindeutig meine Oma. Die macht nämlich die besten Knödeln und sie steht für mich für die typische österreichische, traditionelle Küche - Schweinsbraten und Co! Haschee- und Speckknödel mit Kartoffel und Sauerkraut. Sehr bodenständig aber einfach das Beste.

Gehst du oft auswärts essen?
Seitdem ich in Wien bin etwas mehr, einfach weil ich gerne neue Sachen ausprobiere. Dann die neuen Eindrücke zu Hause nachprobieren, das mache ich gerne!

Foodblogger Stepford Husband

Wann hast du eigentlich zu kochen begonnen?
Mhm... Ich hab jedenfalls mit dem Backen begonnen. Das war so in etwa mit 12 Jahren. Ich hab abends immer sehr gerne warme Küche gegessen, meine Mutter hat arbeitsbedingt nicht immer noch Zeit dafür gehabt und dann hab ich eben angefangen selber zu experimentieren, zu kochen. Das waren so pikante Sachen, sehr simple... Learning by doing quasi. (grinst)

Was ist mal so richtig daneben gegangen?
Ehrlich gesagt, passiert das selten. Ich gehe immer das Risiko ein, dass ich immer wenn ich Leute einlade völlig Neues probiere, Gerichte die ich noch nie gekocht habe... Meine Oma reagiert immer vollkommen schockiert, wenn ich ihr das erzähle „wie kannst du nur, wenn das daneben geht!" Aber es ist immer irgendwie gut geworden... Aber ich wills nicht verschreien! (lacht)


Also kein Tipp für solche Situationen, von wegen versalzen und verbrannt?
Nein. Denn wenn´s mir mal passiert, dann eh gleich so arg, dass man alles wegwerfen kann und eben nochmal von vorne kocht.

Du hast also immer mehr Lebensmittel vorrätig?
Ja. Ich hab immer relativ viele Lebensmittel zu Hause, wenn dann mal das Püree verbrannt ist und keine Kartoffeln mehr da sind, dann mach ich eben schnell eine andere Beilage - Salat oder Linsen... Bin da also Gott sei Dank spontan. Ich schau nach was da ist und kombiniere dann einfach drauf los.

Gibt es Gerichte, die du bald mal probieren möchtest?
Ich koche momentan sehr viel vegetarisch, wenn ich Fleisch koche, dann für große Runden - gerne Braten. In nächster Zeit will ich mit Fisch rumprobieren, da bin ich schon sehr neugierig drauf!

Auf was kannst du verzichten?
Ich esse sehr gerne Lebergerichte. Aber ich hab´s bis jetzt erst einmal selber gemacht, dabei wird's wohl auch bleiben. Denn das Schneiden von Leber ist für mich einfach eher unangenehm...

Ein Gericht auf das du stolz bist, weil´s immer was wird? Das typische Stepford-Husband-Gericht?
Mit Vorliebe mache ich Sandwiches, weil sie einfach schnell gehen und es tausend verschiedene Varianten gibt. Seitdem ich den Blog habe, koche ich viele verschiedene Sachen, weil ich möglichst viele neue Dinge ausprobieren möchte. Signature Dish gibt's sonst also bzgl. Blog nicht.

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Kannst du eigentlich zwei Tage hintereinander das Gleiche essen?
Kommt einfach selten vor, weil ich so koche, dass es dann auch gleich aufgegessen wird. Ich schau, dass ich das vermeide. Was ich allerdings immer essen könnte ist ehrlich gesagt Pizza. Das geht immer! Die mache ich nicht immer selber, die nehme ich mir auch gerne mit nach Hause. Das ist so mein Fast Food. Und klar, ab und an ein Würstlstand-Besuch. (grinst)


Wie sieht es mit Fertigessen aus?
Schlecht. Nur wenn es wirklich, wirklich schnell gehen muss mal eine Tiefkühlpizza. Sonst eigentlich gar nicht. Hab immer gutes Pesto und Nudeln zu Hause, das geht auch sehr schnell.

Gutes Essen geht also immer?
Ja, ich finde schon, man soll sich einfach etwas mehr Zeit nehmen und die Produkte gut anschauen bevor man‘s in den Einkaufswagen gibt. Vieles macht eben den Eindruck, dass es gesund ist, schaut man aufs Etikett ist beispielsweise zehn Kilo Zucker drinnen... Und das brauch ich nicht. Ich mag gern saisonales Essen, einfach weil ich mich gerne damit beschäftige. Frische Tomaten im Winter brauch ich eher nicht. Bin aber essenstechnisch vielleicht auch pflegeleicht. Fonds und Co kaufe ich schon auch aus Zeitgründen fertig ein, falls man mal schnell eine Brühe für ein Rezept braucht. Wenn ich mehr Zeit habe, dann bemühe ich mich sie natürlich selber zu machen.

Supermarkt oder Markt?
Gerne beides, ersteres einfach öfter, da der Markt eben nicht immer offen hat, wenn man was braucht. Und bei größeren Märkten bin ich immer skeptisch bzgl. Herkunftsort, da dass Gemüse zwar frisch und schön ausschaut, aber eben von weit her kommt und das versuche ich zu vermeiden. Das ist im Supermarkt dann einfacher, da etikettiert. Ich würde mich da noch mehr damit beschäftigen, da fehlt mir aber im Moment einfach die Zeit.

Wann hast du zu bloggen begonnen?
Oktober 2011, war so eine Wochenende-Idee. Langweiliges Wochenende, schlechtes Wetter, ich hab gekocht und bin dann darauf gekommen. Erstmal war´s mal eine Art Rezeptsammlung für mich. Da ich ein visueller Typ bin hab ich dann immer mehr Freude daran gefunden, gute Rezepte zu kochen und ein schönes Bild davon zu machen. Also Rezepte ausprobieren, kosten und natürlich vorher fotografieren. (grinst) Und dann haben mich viele Freunde immer nach Rezepten gefragt und wie ich was mache, da ist natürlich dann der Verweis auf meinen Blog eine praktische Sache! Und das waren somit auch meine ersten Besucher.

Was ist dir wichtig?
Ich will Rezepte auf den Blog stellen, die man jeden Tag kochen kann und von denen man auch die Zutaten überall bekommen kann. Ich will keine Hot Cuisine machen, könnte ich auch nicht, weil ich kein gelernter Koch bin. Das möchte ich nicht. Keine großen Experimente. Es soll einfach total gut schmecken, so aussehen und simpel zu machen zu sein. Und im besten Fall soll´s so sein, dass die Gäste dann staunend davor sitzen und fragen: „Oh Gott, wie hast du das denn alles gemacht!"

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Was ist dein Geheimtipp, oder warum kommt dein Blog so gut an? (AMA-Foodblog-Award, 3. Platz)
Einfache Rezepte die immer gelingen findet man schnell. Beim Kochen ist generell wichtig, dass man auf die Farbvielfalt schaut, bunt und knackig. Easy nachzumachen soll‘s sein. Das könnte vielleicht so mein Geheimrezept sein für meinen Blog.

Wie suchst du Rezepte aus, die du auf deinen Blog stellst?
Im Prinzip probiere ich wie gesagt einfach aus. Ich überlege mir dann, wie könnte das aussehen. Es soll eben einfach nachher nach „wow" aussehen und nicht viel Arbeit damit verbunden sein. So überlege ich mir wie die Farben miteinander harmonieren, wie die Konsistenzen, wie richte ich es an. Grad bei Sandwiches ist das einfach erklärt. Du brauchst verschiedene Konsistenzen: etwas cremiges, etwas knuspriges, eine warme Komponente, was fruchtiges, was salziges... Es sieht einfach immer hübscher aus, wenn das Rezept an sich schon farbenfroh ist.

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Deine größte Errungenschaft in deiner Küche?
Meine Küchenmaschine! Diesen Traum hab ich mir selber erfüllt letztes Jahr. Ist einfach eine angenehme Arbeitserleichterung.

Und welche Geräte hättest du dir schenken können?
Naja, ich war früher der Meinung dass ich vieles brauche. Aber im Prinzip braucht man nur gute Messer, Brett, Topf, Pfanne. Küchenmaschine müsste auch nicht sein, ginge auch mit Schneebesen. Aber da ich ja immer mehr koche, ist es für mich in meiner neuen, größeren Küche dann endlich soweit gewesen.

Was hast du immer in deiner Speisekammer/Kühlschrank?
Ich hab im Kühlschrank eigentlich immer eine Form von Käse, faszinierend große Anzahl an Butter. Weil man so immer schnell einen Mürbteig für z.b. Quiches zubereiten kann, etc. Salat ist auch immer daheim, der kann gar nicht schlecht werden, der wird immer vorher aufgegessen. In der Speisekammer hab ich immer Zucker, Mehl, Grieß, Nüsse gemahlene, Nudeln, eingelegt Oliven und Tomaten, etc. das würde jetzt den Rahmen sprengen.

Kochst du alleine oder gerne in der Gruppe?
Ich koche am liebsten alleine, weil kochen für mich was entspannendes hat. Grad nach einem stressigen Tag ist das gut zum Runterkommen. Manche bösen Zungen behaupten zwar, dass man es mir sowieso nicht recht machen kann in Sachen kochen (lacht). Hab schon öfters mit Freunden gekocht, aber das braucht dann Anleitung und Organisation...Ich hab eine gewisse Ordnung für mich, die wohl nur für mich total logisch ist und wenn dann mehrere Köche am Werk sind, suche ich später immer alles ewig.

Hast du Ziele in Sachen Blog?
Mhm. Mehr Besucher wären immer nett, mehr Leute zu finden die man für den Blog begeistern kann. Ich will vor allem fototechnisch voran kommen, noch professioneller werden. Denn auch da hab ich einfach keine Ausbildung. Finde es auch persönlich ganz witzig, wenn ich mir die ersten Bilder auf meinen Blog anschaue und diese mit den heutigen vergleiche. Dieser Unterschied macht dann schon stolz!

 

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