Steirische Politikerin fragt wütend: "Ist etwa jede Quotenfrau deppert?"

Manuela Khom von der ÖVP erklärt in einer wütenden Rede im steirischen Landtag, dass Quotenfrauen "nicht deppert" sind.

Wenn PolitikerInnen eine Sache mit Leidenschaft vortragen, dann ist das meist besonders amüsant. Im Fall der steirischen Landespolitikerin Manuela Khom (ÖVP) hat das Ganze aber einen ziemlich wahren Kern: Sie hat genug davon, dass Quotenfrauen als "deppert" gelten - und hält eine wütende Rede dagegen.

Unter dem Titel "Tätigkeitsbericht nach dem Frauenförderungsgesetz" hat die Sitzung am 16. Jänner 2018 allein nicht für sehr viel Aufsehen gesorgt. Doch nach einem Bericht der "Kleinen Zeitung" wird Khom im Netz gefeiert. Denn zuvor hatte die FPÖ-Abgeordnete Liane Moitzi in der Sitzung erklärt: "Viele Frauen sind stolz darauf, nicht wegen irgendwelcher Quoten, sondern wegen ihrer Leistung eine Position zu besitzen."

"Heißt das, dass jede dieser Frauen zu deppert ist?"

Das ging Manuela Khom von der ÖVP gehörig gegen den Strich. "Frau Moitzi, ich bin eine Quotenfrau. Sie auch", konterte sie. Die Politikerin störe es, dass immer so getan werde, aufgrund der Quote kämen nur die schlechten Frauen hinein. "Heißt das, dass jede dieser Frauen zu deppert ist? Hat einer schon einmal gefragt, ob wird einen Quotenmann wollen und ob der gut oder schlecht ist?", fragt sie deshalb lautstark. "Hörts auf, uns Frauen jeden Tag so darzustellen, als wäre es etwas Schlechtes, wenn man eine Bestandsgröße ist."

Mehr zum Thema: Warum die Frauenquote in Aufsichtsräten ein wichtiger Schritt ist.

Der Ring Freiheitlicher Jugend (RFJ) Steiermark war wenig erfreut über die Kritik an einer FPÖ-Politikerin und postete das Video mit den Worten "Teilt das Video, wenn ihr gegen Schreitiraden seid!" Wir finden ja, dass es aus anderen Gründen geteilt gehört.

Das Video findet ihr auch unter dem Artikel der "Kleinen Zeitung" hier.

 

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