Stefanie Sargnagel: „Corona fördert das Denunziantentum in Österreich“

Ihren Witz lässt sich Autorin Stefanie Sargnagel von Corona nicht nehmen. Doch trotz Galgenhumors keimt leider die Gewissheit auf, dass unser Land ein guter Boden für Vernaderer ist.

Die Künstlerin Stefanie Sargnagel zum Corona-Dilemma

Stefanie Sargnagel posiert mit Schutzmaske, Tschick inklusive. Ein Wort darunter: „Problehm“. Die Humoristin und Autorin postet dieser Tage auf Instagram allerlei Kurioses von der Corona-Front. Doch auch wenn sie es romantisch fand, in der Nacht in Wien „sich vor der Polizei zu verstecken“, beobachtet sie auch zunehmend problematische Auswirkungen. „Es hat halt sehr viel Denunziantentum gefördert. Weil Leuten plötzlich glauben, sie tun der Gesellschaft etwas Gutes, in dem sie andere vernadern.“

"Weil Leute plötzlich glauben, sie tun der Gesellschaft etwas Gutes, in dem sie andere vernadern.“

Tatsächlich ging gerade in den ersten Wochen der Covid-19-Erlässe die Anzahl der polizeilichen Anzeigen bei weitem schneller in die Höhe, als die Zahl an Infizierten. Mitte April war man bereits bei mehr als 25.000 – viele davon richteten sich gegen Wiener*innen, denen man scheinbar gar kein bisschen Natur vergönnte. Sargnagel dazu: „Generell hat das wohl auch mit Neid zu tun.“

Persönlich hat die Künstlerin ihre Coronazeit tatsächlich recht gut bis jetzt über die Bühne gebracht. Bis auf ihre leidige Missbrauchs-Beziehung zu einem Kanarienvogel namens „Piepsi“ – „das ist dann eskaliert, er hat mich eigentlich nur noch gequält und versucht mich zu dominieren. Sobald ich in den Raum gekommen bin und den Laptop aufgemacht hab, hat er mir auf die Tastatur geschissen.“ Humor, so sagt Sargnagel, schaffe eben immer ein distanziertes Bild und somit sei sie bis jetzt eben auch in dieser Krise gut damit gefahren.

Alles über Corona, Humor und die Wahrheit über Piepsi hört ihr in der aktuellen WIENERIN Podcast-Folge.

Die Künstlerin Stefanie Sargnagel mit ihrem Teilzeit-Mitbewohner Piepsi
 

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