A Star Is Born - Ist das der beste Film des Jahres?

Wir haben den Film für euch gesehen. Nicht (!) damit ihr es nicht tun müsst - sondern damit ihr ihn unbedingt auch seht.

Noch bevor „A Star Is Born“ in die österreichischen Kinos kam, wurde der Film von Regisseur und Schauspieler Bradley Cooper von KritikerInnen in den Himmel gelobt. Das Regie-Debüt des Amerikaners sei nicht nur geglückt, nein, es sei einer der besten Filme, den es bisher gegeben hat (O-Ton Sean Penn).

Nun liegt der Erfolg nicht nur an Cooper, der zweifelsfrei besonders in seiner Rolle als Regisseur eine Glanzleistung darbietet, sondern vor allem an seiner Co-Hauptdarstellerin Lady Gaga. Die brilliert nicht nur stimmlich, sondern mimt überzeugend die Sängerin Ally, die mithilfe von Country-Sängerin Jackson Maine (Bradley Cooper) in „A Star is Born“ zur erfolgreichen Sängerin avanciert.

Gaga, die bisher in US-TV-Produktionen wie „American Horror Story“ zu sehen war, zeigt erneut ihren Facettenreichtum und schlüpft für die „Ally“  in eine Rolle, die man bisher selten zu sehen bekommen hat: Natürlich, echt und völlig umgeschminkt.

Aufgewärmt und trotzdem gut

Obwohl „A Star Is Born“ bereits mehrfach verfilmt wurde, das erste Mal bereits im Jahr 1937, sind die Referenzen auf moderne gesellschaftliche Fragen und die Spannung im Geschlechterverhältnis zwischen Mann und Frau aktueller denn je. Auf der einen Seite steht Jackson Maine, ein Country-Star in der Midlife-Crisis, der von seinem Alkoholismus konsumiert wird, dessen Ruhm und körperlicher Zustand langsam aber sicher den Bach runter geht. Dem gegenüber Freundin Ally, die nicht nur immer erfolgreicher wird, sondern sich auch musikalisch immer weiter von ihrem Benefaktor emanzipiert. Ihre innere Zerissenheit zwischen persönlichem Erfolg und der Fürsorge für den alkoholkranken Jackson ist, was bis zum Schluss den Spannungsbogen des Films aufrecht erhält.

Der Plot

"A Star Is Born" erzählt die Geschichte der erfolglosen Sängerin Ally, die trotz großen Talents keinen Fuß in der Musikbranche fassen kann. Grund dafür soll ihre große Nase sein, die in den Augen der großen Plattenlabels nicht dem Schönheitsideal einer Nachwuchssängerin entspreche.

Anders sieht das Maine, der Ally in seinem Suff nach einem Auftritt in einer abgeranzten Bar singen hört, sich daraufhin schlagartig in sie verliebt und sie bittet mit ihm auf Tour zu gehen. Dort wird sie von einem ehrgeizigen Agenten entdeckt, der sie unter Vertrag nimmt und schnell große Erfolge mit ihr feiert. Ein Umstand, mit dem der alkoholkranke Jackson immer schwerer zurechtkommt. 

Nicht schon wieder so ein Liebesfilm

... könnte man jetzt meinen. Und die Kritik ist, zumindest oberflächlich betrachtet, berechtigt. Ja, "A Star is Born" ist ein Film über Liebe, allerdings auch über eine vielschichtige und komplizierte Beziehung, die eben nicht in rosa Watte gebauscht ist, wie wir es sonst aus Hollywood-Romanzen nur allzu gut kennen. 

Es sind nicht die großen Momente, die überraschenden Plot-Twists oder die bahnbrechenden technischen Effekte, die in "A Star Is Born" weltweit begeistern. Viel mehr die subtilen Blicke, die unaufgeregten Gespräche und die ehrliche Aufarbeitung einer Beziehung, die vielleicht kitschig anfängt, sich aber im Laufe des Plots von ihrer Eindimensionalität löst und ziemlich unter die Haut geht. Cooper und Gaga entwickeln auf der Leinwand eine sehr intime Chemie, die ganz nah an die ZuschauerInnen herangetragen wird ohne dabei zu sehr aufs Kitschpedal zu treten.

Dass die Beziehung zwischen den beiden nicht nur rosig, sondern verdammt dreckig und schmerzhaft ist, macht schließlich das aus, was man allgemein unter gutem Kino versteht: Unterhaltsam, höchst-emotional und trotzdem einnehmend bis ins Mark. Da schadet es natürlich nicht, dass Lady Gaga auch noch verdammt gut singen kann und die von ihr mitproduzierten Songs ins Ohr und unter die Haut gehen.

 

Aktuell