Spröde Strähnen: Brauchen deine Haare Feuchtigkeit - oder doch Protein?

"Mehr Feuchtigkeit!" lautet das Motto jeder ambitionierten Hair-Routine. Gar so einfach macht es einem ein spröder Kopf dann aber doch nicht: Wann deine Haare eine Extraportion Feuchtigkeit brauchen - und wann du sie lieber mit Proteinen versorgen solltest.

Brauchen deine Haare Feuchtigkeit oder Protein?

Für jedes Haarproblem gibt es inzwischen eine Lösung im Beauty-Regal. Aber: Was ist eigentlich das Problem? Und wie soll man bei dem überbordenden Angebot nicht vor lauter Überforderung schreiend im Kreis rennen? Wir versuchen es mal mit einer Typologie:

Brauchen deine Haare mehr Proteine?

Proteine sind die Bausteine der Haare. Haarsturktur und Widerstandsfähigkeit sind von ihnen abhängig. Fehlen Proteine, wird das Haar spröde und brüchig. Nachwachsende Haarsträhnen haben keine Widerstandskraft und brechen leicht ab, häufig ist die Folge auch Haarausfall. Ein Proteinmangel ist sehr selten, kommt aber durchaus vor. Am besten lässt er sich mittels Blutbild feststellen.

Einige Haarprodukte versprechen, Proteinmangel im Haar zu beheben. Wie mit allen Dingen im Leben (außer Urlaub) gibt es auch hier ein Too Much: Zu viele Proteine können das Haar beschweren, es fühlt sich außerdem belegt an. Das lässt sich allerdings leicht beheben: Sobald das proteinspendende Produkt ausgewaschen ist, ist auch der Effekt beseitigt.

Meistens liegt die Ursache aber sozusagen tiefer: an einer unausgewogenen Ernährung. Genug Eiweiß in der Nahrung ist nämlich nicht nur was für den Muskelaufbau, sondern auch für gesundes Haar, Nägel und Haut. Bereits durch fehlendes Protein geschädigtes Haar lässt sich aber nicht mehr reparieren, sagt die Dermatologin Tara Rao gegenüber Bustle. Die einzige Lösung ist eine ausgewogenere Ernährung und Geduld: Die kaputten Haare müssen nämlich auswachsen.

Oder brauchen deine Haare Feuchtigkeit?

In den meisten Fällen ist es also eh die fehlende Feuchtigkeit: Färben und Bleichen, Styling mit Hitze oder Relaxer strapazieren das Haar und trocknen es aus. Es hat keine Widerstandskraft, fühlt sich spröde an und verfilzt leicht. Auch Spliss und stumpfes Aussehen sind Anzeichen für zu trockenes Haar, das dringend Feuchtigkeit braucht.

Ähnlich wie bei den Proteinen, ist es schwer bis unmöglich ausgetrocknetes Haar wieder mit Feuchtigkeit zu versorgen. Produkte, die Silikone enthalten, legen sich wie eine temporäre Schutzschicht um das Haar und sorgen für Weichheit und Glanz. Bei bereits schwer geschädigtem Haar ist es am besten, das Haar vor dem Waschen mit Shampoo mit einem Conditioner zu behandeln. Die Feuchtigkeit wird so in die Strähnen gezogen, das sorgt für Elastizität, Kraft und Widerstandsfähigkeit - zumindest gefühlt. Eine nachhaltige Lösung ist aber auch hier: Auswachsen lassen und das Haar in Zukunft so gut es geht vor schädlichen Einflüssen bewahren.

 

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