Spritzen gegen Falten: Was verschweigen Ärzte?

Faltenunterspritzungen boomen. Martina Parker hat die wichtigsten Facts für Sie recherchiert. Hier sind die Infos, die nicht in den Werbebroschüren der Beautydocs stehen.

Wie funktionieren Unterspritzungen?

Mit Füllmaterialien kann man Fältchen im Lippen-, Augen- und Wangenbereich glätten. Das am häufigsten verwendete Material ist Hyaluronsäure. Diese ist gut verträglich, wird aber schon nach wenigen Wochen wieder abgebaut und muss dann nachgespritzt werden.

Tut der Eingriff weh?

Die meisten Ärzte tragen vor der Unterspritzung auf Nachfrage eine Betäubungscreme auf. Außerdem enthalten viele Füllmaterialien selbst ein Betäubungsmittel. Dadurch ist das ganze zwar unangenehm, aber erträglich. Außer die Nadel trifft einen Nerv, dann kann einem schon mal eine Träne ins Auge schießen.

Sehe ich danach unnatürlich aus?

Kommt darauf an. Die behandelte Falte verschwindet nach der ersten Anwendung nicht vollständig. Der Gewebseinbruch ist immer noch zu sehen. Allerdings nur wenn man ganz genau schaut, da die Falte von innen her aufgefüllt wirkt. Unnatürlich wird es erst, wenn große Mengen Füllmaterial auch an anderen Stellen eingesetzt werden, zum Beispiel um zu pralle Lippen oder jugendliche Bäckchen zu formen. In Kombination mit Botox entsteht dann ein rundliches Gesicht mit erstaunten „Micky Mouse Augen.“ Die betroffene Person hat dann zwar keine Falten mehr, aber jeder sieht: Die wurde „gerichtet“!

Was kann noch passieren?

Recht häufig sind kleine Blutergüsse rund um die Einstichstelle. Wird um den Mund herum gespritzt, kann das Füllmaterial auch kurzfristig in der Mundhöhle als kleiner Knödel spürbar und mit der Zunge ertastbar sein.

Was kostet der Eingriff?

Rund 300,- bis 500,- Euro aufwärts, je nach Promistatus des Arztes, Lage seiner Praxis und Größe des zu behandelnden Areals.

Was verschweigen die meisten Ärzte?

Hyaluronsäure baut sich rasch wieder ab. Bei manchen Mimikfalten hält das Ergebnis gerade einmal zweieinhalb Monate lang. Dann graben sich die Falten wieder nach und nach ein. Für ein dauerhaftes Ergebnis muss der Eingriff immer wieder wiederholt werden. Das kostet Zeit und Geld.

Lohnt sich das überhaupt?

Wenn Sie zu ungünstigen Falten neigen (z.B. tiefe Nasolabialfalten oder hängende Mundwinkel), die sie traurig oder böse aussehen lassen, kann eine regelmäßige Unterspritzung Wunder wirken. Hier lesen Sie alles über dieses sogeannte Bitchy Resting Face Syndrom.

In vielen Fällen tut eine neue Frisur oder ein Besuch beim Zahnarzt (Mundhygiene, Zähne begradigen und/oder aufhellen) mehr für ein jugendliches Aussehen als Spritzen.

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